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Montag, 13. Juli 2015

Rückblick und Tipps

Ich musste für verschiedene Organisationen einen "end of year survey" ausfüllen und über meine Zeit in Schottland und meine Erfahrungen berichten und Verbesserungsvorschläge machen. Das ist sicher auch ein ganz guter letzter Blogeintrag und weil ich, bevor ich nach Schottland geflogen bin, nach Erfahrungsberichten und Blogs früherer FLAs gesucht habe, dachte ich, ich könnte hier auch noch ein paar Tipps für zukünftige Fremdsprachenassistenten geben.

Rückblick:
Das dreiviertel Jahr in Schottland war auf jeden Fall ein Abenteuer. Ich habe viel erlebt, viele Menschen kennengelernt und viele neue Erfahrungen gemacht. Es war das erste Mal, dass ich länger als drei Wochen in einem englischsprachigen Land verbracht habe, was natürlich dazu geführt hat, dass ich eine ganze andere Perspektive hatte. Ich habe britischen Alltag kennengelernt, viel von Schottland gesehen und mit Sicherheit meine Sprachkenntnisse verbessert.
Wenn ich später Englisch unterrichte, werde ich meinen Schülern viel über Schule in Schottland erzählen können. Aber ich habe auch einen Einblick in das universitäre Leben bekommen, was für mich sehr interessant war. Ich wünschte, wir hätten in Deutschland auch so eine society-Kultur wie ich es an der Glasgow Uni gesehen habe.
In der Schule habe ich gemerkt, wie wichtig Kommunikation, Organisation und Zeitmanagement sind (ja, das wusste ich auch schon vorher, aber habe es doch in der einen oder anderen Situation nochmal vor Augen geführt bekommen) und habe selber auch gemerkt, wo ich noch an mir arbeiten muss. Außerdem habe ich einige Beobachtungen dazu gemacht, wie Klassensituationen den Unterricht beeinflussen, wie Schüler (-gruppen) sich innerhalb eines Schuljahres verändern können und wie vielfältig Schüler-Lehrer-Beziehungen sind. Und ich hoffe doch sehr, dass die Erfahrungen, die ich im Umgang mit den Schülern gemacht haben, mir auch im Referendariat helfen werden.

Ich bin der Meinung, dass es sich auf jeden Fall lohnt, diese Erfahrungen zu machen, auch wenn man Angst hat, dass neun Monate eine ziemlich lange Zeit sind, um von Familie und Freunden getrennt zu sein, und/ oder im Studium zu verpassen. Wenn man eine Fremdsprache studiert, sollte man einige Zeit in einem Land gelebt haben, in dem diese Sprache gesprochen wird. Außerdem bin ich der Meinung, dass jeder Auslandsaufenthalt einen unabhängiger und selbstbewusster macht.

Tipps:

Bewerbung und Interview: 
  • Man muss ziemlich viel einreichen, also sollte man nicht erst kurz vor Bewerbungsschluss anfangen, alle Unterlagen zu sammeln. 
  • Für das Interview kann ich sagen: Macht euch nicht so viele Gedanken! Ich habe das Gefühl, dass es von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist, aber über NRW kann ich sagen, dass es ziemlich entspannt und ist nichts Übermenschliches verlangt wird. Man sollte eine Ahnung des aktuellen Tagesgeschehens haben und ein bisschen was über das Schulsystem des anderen Landes wissen (meine Interviewerin hat aber auch nicht gemerkt, dass ich das englische und nicht das schottische Schulsystem beschrieben habe - mir ist das auch erst aufgefallen, als ich in Schottland war) und in der Lage sein, ein paar halbwegs logische Didaktik-Ideen zu entwickeln (allerdings wissen die Lehrerinnen auch wenig von der wirklichen Situation vor Ort - zumindest ich hatte das Gefühl, dass sie die deutschen Schüler als Maßstab vor Augen hatten). Hier habe ich etwas ausführlicher von meine Bewerbung und dem Interview berichtet.

Vorbereitungen:
  • Spart vorher genug Geld. Das Gehalt bekommt man immer erst am Ende des Monats, d.h. dass man den gesamten ersten Monat vorstrecken muss. Das ist blöd, weil man im ersten Monat viele Ausgaben hat (Miete + Kaution, eventuell Sachen für die Wohnung, Hostel für die ersten Tage etc.). Es werden 1000 bis 1500€ empfohlen. Ich habe nicht so viel gebraucht, aber ich hatte auch Glück, weil ich für mein Zimmer keine Kaution zahlen musste und alles in der Wohnung vorhanden war.
  • Bevor ich geflogen bin, habe ich eine Kiste mit Material gemacht, das ich mitnehmen wollte. Ich muss aber sagen, dass die meisten Ressourcen, die ich wirklich gebraucht habe, digitaler Natur waren. Das Wichtigste, was ihr an Materialien mitnehmen solltet, sind Fotos. Und zwar von allem. Von eurer Stadt, von Deutschland, von Schulen, Weihnachtsmärkten, Pfandautomaten, Laternenumzügen, Karneval, Mülltonnen, Supermärkten - was auch immer euch irgendwie sinnvoll erscheinen könnte. Ich habe zu den verschiedenen (christlichen) Festen Präsentationen gemacht und da eben auch immer Fotos eingefügt und ich glaube, die Schüler fanden es schon cool, wenn sie mich darauf auch entdecken konnten. Ich fand es so persönlicher; die andere Assistentin an meiner Schule wollte das lieber nicht machen, was ich auch verstehen kann, aber ich glaube nicht, dass es irgendwie schädlich für mich war, dass ich die Schüler Foto von mir als 10-jährige gesehen haben. Ansonsten habe ich auch Lieder mit den Präsentationen verbunden (z.B. "Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne"), was den Schülern meistens gefallen hat. Die Lieder gibt es natürlich auf diversen Video-Seiten, aber es ist vielleicht nicht schlecht, euch eine Liste zu machen. Außerdem funktioniert YouTube oft nicht in der Schule. 
  • In der Broschüre vom PAD steht auch was von kleineren Werbegeschenken für Verlosungen o.ä. Das hatte ich nicht dabei, allerdings fand eine Schülerin meinen deutschen Kuli von irgendeiner Bank, glaube ich, so cool, dass sie ihn gegen einen Bleistift eingetauscht hat. Wenn ihr also irgendwie an sowas kommt, könnt ihr das natürlich mitnehmen und da unter's Volk bringen. 
  • Wenn ihr rechtzeitig vorher mit eurer Schule Kontakt habt, könnt ihr auch nach fragen, was ihr mitbringen sollt, allerdings hatte ich bei meiner PT das Gefühl, dass sie sich nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht oder es mit ihren Kolleginnen abgesprochen hatte. 
  • Ich habe ein paar Bücher mitgenommen, aber das hat sich nicht so richtig gelohnt. Zwei Lernkrimis habe ich in der Schule gelassen, aber ich habe gar nicht mit ihnen gearbeitet, weil ich, was das Sprachliche angeht, im Grunde nur sprechen geübt habe oder im Unterricht, den die Lehrerin geplant hatte, dabei war und geholfen habe. Ich hatte auch ein paar Pixi-Bücher dabei, die ich auch in der Schule gelassen habe, aber auch mit ihnen habe ich nicht viel gearbeitet. Was ich zum Lesen vorbereitet habe, war kurze Geschichten in sehr einfachen Sätzen zu schreiben und die mit Bildern zu versehen, so dass die Schüler (Zielgruppe war Grundschule) anhand der Bilder und den Wörtern, die sie kennen, den Text verstehen konnten. Eine Kollegin hat das Ganze weitergeführt und in eine Schreibaufgabe verwandelt, in dem sie Teile aus den Sätzen gelöscht hat und die Schüler eigene Wörter einfügen mussten, um so eine neue Geschichte zu schreiben.
  • WICHTIG: Die meisten Gedanken macht man sich natürlich über die Zeit im Ausland, aber man sollte auch daran denken, dass die Zeit in Deutschland weitergeht. Wenn ihr noch nicht mit dem Studium fertig seid, müsst ihr vielleicht Prüfungen machen, wenn ihr wiederkommt, für die ihr euch vorher anmelden müsste. Oder je nachdem, wohin ihr ins Referendariat geht, fällt die Anmeldefrist in die Zeit, die ihr im Ausland seid. Sucht euch also jemanden, dem ihr eine Vollmacht ausstellt, damit die Sachen für euch geregelt werden. Macht der Person eine Liste mit Fristen und Dokumente, die eingereicht werden müssen, und stellt sicher, dass diese Dokumente bereits zusammen gestellt sind. 
Ankunft:
  • Ich bin knapp eine Woche vor Schulbeginn nach Glasgow geflogen, um eine Wohnung zu suchen. Zwar hatte ich vorher schon auf diversen Seiten im Internet geguckt, ich denke nicht, dass man einen Vertrag abschließen sollte, bevor man sich die Wohnung und die Umgebung mit eigenen Augen angesehen hat. Vermutlich reicht es, sich auf einer Wohnungssuchplatform (wie flatshare oder easyroommate) einen Account zu machen (auf Gumtree kann man übrigens suchen, ohne einen Account zu haben) und im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, für eine oder zwei Wochen in einen Bezahl-Account zu investieren. Ich habe auch ohne einen bezahlten Account etwas gefunden, aber auf einige interessante Anzeigen konnte ich nicht antworten, weil wir beide einen kostenlosen Account hatten. FLAs haben einen Studentenstatus und müssen keine Council Tax zahlen (man bekommt eine Bescheinigung vom British Council).
  • Bei der Wohnungssuche wird einem immer geraten, das nicht alleine zu machen. Das kann potenziell problemtisch werden, wenn man nicht wie ich eine Freundin aus Deutschland mitnimmt. Aber ich weiß, dass einige andere FLAs sich über Facebook oder Sonstiges verabredet haben und dann kann man ja auch zusammen gehen. Ansonsten gilt: Wenn einem die Gegend und/ oder der Vermieter komisch vorkommt, lieber was anderes suchen. Ich habe vorher gegooglet, welche Nachbarschaften als problemtisch gelten und im Erfahrungsbericht war mir vom Norden und Osten Glasgows abgeraten worden. Andrerseits habe ich einige kennengelernt, die in Ibrox gewohnt haben (problematisch wegen des Fußballstadions) und damit durchaus zufrieden waren. Am praktischsten, um Studenten zu treffen, ist das West End, aber da ist es auch manchmal etwas teurer. Ich fand es praktisch, in einer WG zu wohnen, weil man so schon mal Leute kennenlernt und es billiger ist.
  • Am Freitag vor dem ersten Schultag bin ich den Weg mit dem Bus schon mal Probe gefahren. Wenn ihr das macht, seht zu, dass ihr zu gleichen Uhrzeit losfahrt, wie am nächsten Tag auch. Ich hatte das Problem, dass der Bus morgens von einer anderen Haltestelle abfuhr als mittags.
  • Eigentlich müsstet ihr ein Treffen mit eurer local authority in den ersten Tagen haben, um den ganzen Papierkram auszufüllen. Es ist nicht schlimm, wenn man bis dahin noch keine Wohnung und kein Konto hat. Allerdings ist es günstig, dann schon zumindest eine Wohnung zu haben (sonst werden die Ergebnisse des ganze Papierkrams ans Hostel/ den Couchsurfer oder wo ihr sonst eure ersten Nächte verbringt, geschickt). Ein Konto kann man erst eröffnen, wenn man eine feste Adresse hat. Eine Bank finden, kann schwierig werden. Manche wollen ein Council Tax-Formular oder eine Rechnung, die an euch in die Wohnung geschickt wurde, sehen. Das Rental Agreement reichte nicht (immer). Wenn ihr bei einer Bank abgewiesen werdet, versucht es einfach bei der nächsten. 
  • Ihr müsst euch auch bei einem Arzt anmelden.
  • Auf alle bürokratischen Sachen werdet ihr aber auch von eurer local authority und dem British Council (mehrfach) hingewiesen.
Transport:
  • Die öffentlichen Verkehrsmittel in Glasgow sind privatisiert, d.h. es gibt mehrere Busunternehmen. Es gibt ein Ticket, um alle Verkehrmittel in Glasgow (Bus, U-Bahn, Zug) zu nutzen: die ZoneCard. Aber die ist teuer und lohnt sich nur, wenn man wirklich jeden Tag verschiedene Verkehrsmittel nutzt (außerdem muss man festlegen, welche Zonen man nutzen will, sie gilt nicht in ganz Glasgow). Ich hatte eine Zehn-Wochen-Ticket für den First Bus und habe kaum einen anderen Bus genutzt, weil First Bus Glasgow schon ziemlich gut abdeckt. Man muss halt nur gucken, in welchen Bus man einsteigt. Außerdem habe ich mir eine Smartcard für die U-Bahn gekauft. Damit sind die U-Bahn-Fahrten günstiger als wenn man sie normal kauft. 
  • Für weitere Wege habe ich mir die Railcard 16-25 geholt. Sie kostet zwar 30 Pfund, aber man zahlt dafür ein Drittel des normalen Zugpreises weniger. Sie gilt ein Jahr und auch dann, wann man während des Jahres 26 wird. Wenn man älter als 25 ist, kann man sich eine Bescheinigung der Uni ausstellen lassen, dass man noch studiert. Wie gut es damit geht, weiß ich nicht. Auch eine Coachcard für die Überlandbusse kann sinnvoll sein, denn auch damit bekommt man Rabatte beim Fahrpreis.
Schule:
  • Der Dresscode an meiner Schule war (für mich) nicht so streng, aber angesichts der Tatsache, dass die Schüler Schuluniformen tragen und die Lehrer doch auch ziemlich gut angezogen zur Schule kommen, habe ich die Jeans und gemusterte T-Shirts (abgesehen von Blümchen) doch im Schrank gelassen. Blusen habe ich nur selten getragen, aber recht häufig einen Rock oder Kleid.  An anderen Schulen war der Dresscode aber auch strenger.
  • Seid nicht enttäuscht, wenn die Schüler nicht das Niveau haben, dass ihr von deutschen Schülern im Englischunterricht kennt. 
  • Meine Kolleginnen waren immer offen für Ideen und haben mich Sachen machen lassen. Von anderen Schulen habe ich leider auch anderes gehört, aber versuchen sollte man es immer, finde ich. Einfach mal mit den Lehrern sprechen, einen Vorschlag machen und gucken, wie der angenommen wird. Man sollte natürlich schon irgendwie realistisch bleiben und Einwände/ Ratschläge ernst nehmen. Amelie und ich hatten z.B. vor St. Martin überlegt, wir könnten mit den Kindern Laternen basteln. Im Goethe-Institut hatte und eine Frau eine Laterne gezeigt, die man ganz einfach aus einer abgeschnittenen Wasserflasche basteln kann. Laura fragte uns daraufhin, ob wir denn die Wasserflaschen alle selber abschneiden würden (sie sah vermutlich mehrere abgeschnittene Finger auf sich zukommen). Da haben wir dann schnell beschlossen, es mit den Laternen sein zu lassen. 
  • Wie oben erwähnt: Kommunikation, Organisation und Zeitmanagement sind sinnvoll. Wenn ihr mit den Schülern etwas Außergewöhnlicheres machen wollt, fragt rechtzeitig bei den Lehrern an und erzählt denen, was ihr euch vorstellt, wie das organisiert werden soll, wie lange ihr dafür braucht und ob ihr eventuell Hilfe dabei braucht.
  • Projekte sind schön, bieten Abwechslung und helfen dabei, die Schüler besser kennenzulernen und eine Funktion an der Schule zu haben. Hilfe gibt es beim British Council (wir haben da eine Liste mit vergangenen Projekten als Inspiration bekommen) oder auch bei UK-German-Connection. Bei Projekten ist ein Zeitplan ganz wichtig. Aber man muss auch flexibel sein und Schritte/ Aufgaben anpassen, für schnelle Schüler in der Hinterhand haben oder streichen können.
  • Klingt vielleicht blöd, aber ich finde das auch wichtig: Unterhaltet euch mit den Lehrern auch mal über andere Sachen als den Deutschunterricht. Dazu müssen natürlich die Gelegenheit und die Bereitschaft der Lehrer da sein. Aber ich fand es immer sehr schön, mit Laura und Victoria zusammen zu Mittag zu essen und dabei über verschiedene Dinge zu quatschen - sei es mein letzter Wochenendausflug oder die Gerüchte, die über die Lehrer in der Schülerschar umher gehen.
Freizeit/ Reisen:
  • Auf jeden Fall reisen! Wenn man Glück hat, hat man einen Tag frei. Wenn man ganz viel Glück hat, ist es der Montag oder der Freitag. Aber es gibt ja auch Ferien und die Zeit solltet ihr nutzen, um euch viel vom Land anzugucken.
  •  In Hostels bekommt man mit dem internationalen Studentenausweis oder eine Jugendherbergskarte Vergünstigungen (das steht dann im Zweifelfall auf der Seite).
  • Ich bin Historic Scotland und dem National Trust für ein Jahr beigetreten. Historic Scotland hat sich gelohnt, der National Trust nicht ganz so. Am besten vorher mal gucken, welche Sehenswürdigkeiten die beiden anbieten. 
  • ISUK Tours an der Uni Glasgow bieten Tages- und manchmal auch Wochenendausflüge zu Studentenpreisen für Studenten in Glasgow und Paisley an. Man muss die Karten an der Uni kaufen. Es gibt eine Facebookseite (und -gruppe), die die Fahrtziele und Ticketverkäufe veröffentlicht.
  • Besucht Assistenten in anderen Städten.
  • Um Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen bieten sich, gerade in Städten mit Unis, die Societies (Clubs) der Unis an. An der Uni Glasgow ist eigentlich für jeden was dabei (von joggen über Harry Potter bis zu religiösen Gruppen). Über die German Society habe ich z.B. meine Tandempartner gefunden - etwas was ich auch sehr empfehlen kann. Man spricht dann zwar auch wieder Deutsch, darf aber auch mal hemmungslos alle Fragen über die englische Sprache stellen, die man sich sonst nicht zu fragen traut. 
Das ist jetzt eine ziemlich lange Liste mit Tipps geworden, aber ich hoffe, dass sie weiter hilft. Ich weiß, dass ich vor meiner Abreise total nervös war, und versucht habe, so viele Informationen wie nur möglich zu bekommen. Es klingt vielleicht doof, aber macht euch keinen Stress. Es wird schon alles klappen. Manchmal muss man Geduld haben; manchmal klappen Sachen nicht auf Anhieb, aber verliert nicht den Mut. Ihr werdet sicher eine tolle Zeit haben!

Dienstag, 12. Mai 2015

Harry Potter und die Versammlung der Botschafter

Am ersten Mai-Wochenende war ich wieder in London. Die FLA/ ELA Ambassadors haben sich getroffen, um über ihre Projekte zu sprechen und die Zeit als Botschafter zu evaluieren. Meine Projektpartnerin Amy und ich wurden sogar gefragt, ob wir unser Projekt als Beispiel für eins der besonders Gelungenen vorstellen wollten. Das hat uns sehr gefreut. Ich hatte vorher gar nicht das Gefühl gehabt, dass unser Projekt so herausragend war. Wir haben viel positives Feedback bekommen und nachdem, was ich von anderen Projekten gehört habe, hatten Amy und ich einerseits viel Glück mit unseren (Betreuung-) Lehrerinnen, die uns bei dem Projekt unterstützt aber nicht zu sehr bemuttert oder eingeschränkt haben, und haben andrerseits auch gut zusammengearbeitet.
Außer uns beiden haben noch fünf andere Projektgruppen vorgestellt. Die ersten vier haben am Freitag vorgestellt, die anderen beiden (dazu gehörten Amy und ich) am Samstag. So hatte ich genug Zeit, mir Gedanken zu machen, dass die bereits vorgestellten Projekte alle viel besser seien als unseres. Die restliche Zeit des Evaluationseminars haben wir in Kleingruppen darüber gesprochen, welche Probleme aufgetreten sind, wie wir die gelöst haben, wie nachhaltig unsere Projekte sind usw. Es war schön, die anderen wiederzusehen. Allerdings waren einige auch nicht mehr dabei. Ich weiß nicht, ob sie einfach keine Zeit hatten oder ausgestiegen sind.
Freitagabend war ich mit mehreren FLAs und ELAs was trinken. Es hat etwas gedauert, bis unsere große Gruppe sich entschieden hatte, wo wir hin wollten, aber letztendlich haben wir einen Pub gefunden. Eine Gruppe ELAs hat es sich einfacher gemacht und hat einfach Alkohol im Supermarkt gekauft. Wir fühlten uns aber zu alt, um wie Schüler auf Klassenfahrt heimlich irgendwo Alkohol zu trinken - wobei mich die Vorstellung, die Ambassador-Beauftragte von UK-German Connection würde wie die Lehrer Zimmerkontrolle machen, amüsiert hat. Aber wir haben es auch nicht übertrieben (wir sind ja vernünftig) und waren am nächsten Morgen wieder einsatzbereit.
Wir haben sogar so hart gearbeitet, dass wir kaum etwas von der Geburt der kleinen Prinzessin mitbekommen haben. Denise hatte mir morgens geschrieben, dass es so unfair sei, dass ich in London sei (und sie nicht), da doch die Geburt kurz bevor stünde. Meine Zimmermitbewohnerin und ich haben kurz darüber gescherzt, dass wir zum Krankenhaus gehen könnten, aber das war es dann auch. In der Tee-Pause machte es dann die Runde, dass Prince George eine Schwester habe. Alle holten ihre Handys raus. Bilder der rosa-angestrahlten Tower Bridge, der Seeleute der Royal Navy, die das Wort "sister" bilden und des BT Towers, der "It's a girl" verkündete, wurden herumgezeigt. Aber sonst? Nichts. Gut, die ELAs diskutierten direkt, ob man die Monarchie nicht abschaffen sollte, aber angesehen davon wurde die Geburt von Platz vier der britischen Thronfolge nicht erwähnt. Wir hätten doch wohl mal zum Buckingham Palace gehen und ein Gruppenfoto mit der Verkündigung machen können...
Eigentlich wollte ich mit ein paar anderen nach Ende des Seminars zur Tower Bridge. Angelina, Lena, Melanie und ich hatten beschlossen, am Sonntag in die Harry Potter Studios zu gehen. Also hatten wir Zeit. Allerdings wollten wir erst zum Hostel, um unsere Koffer wegzubringen, und bekamen dann von Katharina eine SMS, dass die Brücke mittlerweile nicht mehr angestrahlt wurde. Schade.
Ursprünglich hatte wir, die Harry Potter-Gruppe, Katharina und Elisabeth (die Gruppe, mit der ich im November Mockingjay gesehen habe), auch überlegt, uns ein Musical am Samstagabend anzusehen. Leider kamen wir mit der Planung nicht in die Pötte und haben keine Karten mehr bekommen. Im Endeffekt sah es dann so aus, dass Katharina und Elisabeth sich mit einer Freundin von Katharina trafen, Lena sich mit einer anderen FLA Matilda ansah und Angelina, Melanie und ich Karten für Miss Saigon kauften. Es handelt von einer Vietnamesin, die sich in den letzten Wochen des Vietnamkriegs in einen amerikanischen Soldaten verliebt und ein Kind von ihm bekommt. Sie werden aber durch den Abzug der Soldaten getrennt und er weiß nichts von seinem Sohn... Sehr dramatisch das Ganze. Aber die Sänger waren gut. Ab und zu hätte ich mir ein bisschen mehr geschichtliches Wissen über den Vietnamkrieg gewünscht. An einer Stelle war ich total verwirrt, es klärte sich aber alles durch einen Rückblick auf.

Sonntag ging es dann nach Hogwarts! Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in den letzten neun Monaten schon geschrieben habe. :-D Hogwarts ist an so vielen Orten. Die Harry Potter-Studios nehmen da nochmal einen besonderen Stellenwert ein, denn sie sind sozusagen die Essenz von Harry Potter (also der Filme). Aber andrerseits hatte ich in Alnwick Castle oder Durham eher das Gefühl, wirklich in Hogwarts zu sein. Die Studios sind riesige Hallen, in die Szenenbilder und Requisiten gestopft sind. Man kann den Gemeinschaftsraum der Gryffindors, den Jungenschlafsaal, Dumbledores Büro, die Zaubertränke-Kerker und das Haus der Weasleys sehen. Überall stehen Statuen, Porträts und Puppen mit den Kostümen der Schauspieler. Die Zauberstäbe, der Feuerkelch, die Horkruxe, eine Tafel mit Quidditch-Taktiken, Umbridges Kätzchenteller, der Stein der Weisen und vieles mehr sind ausgestellt. Auf mich wirkten die Studios wie der Raum der Wünsche. Aber gleichzeitig werden die Filme entzaubert, wenn erklärt wird, wie bestimmte Szenen gedreht wurden, wie der computergesteuerte Seidenschnabel entstanden ist, und welche Tricks angewandt wurden, um Harry unsichtbar zu machen oder auf einem Besen fliegen zu lassen. Trotzdem fand ich die Tour toll. Es gab nur auch Abteilungen, die ich mich weniger interessiert haben.
Obwohl wir früh aufgestanden waren, kamen ziemlich spät in Euston am Bahnhof an und verpassten den Zeitpunkt, für den wir eigentlich die Führung gebucht hatte. Aber das war zum Glück kein Problem und wir konnten an der nächsten teilnehmen. Wir mussten ohnehin anstehen. Die Führung war aber gar nicht soooo spektakulär. Im Grunde war es ein Herzlich Willkommen und eine Erklärung, wie das Ganze aufgebaut ist und wie wir uns verhalten sollen. Es gab einen Film, in dem die Schauspieler erzählten, was die Studios für sie bedeuten und was es heißt, einen Film zu sehen. Zum Schluss gab es eine Überraschung, die ich hier natürlich nicht beschreiben werden und danach wurden wir in die große Halle geführt.
Dort waren zwei Haustische aufgebaut und verschiedene Hogwartskostüme aller Häusers und einiger Lehrer ausgestellt. Faszinierend fand ich, dass der Fußboden aus echten Steinen war und im Stil der mittelalterlichen Kathedralen gebaut worden ist. Die Gästeführerin sagte, dass die Setbauer wussten, dass diese Boden lange würde halten müssen und sich deswegen entschieden haben, etwas Dauerhaftes zu bauen und nicht irgendwelche weniger stabile Materialien zu nehmen, die man leichter aufbauen kann und die vermutlich billiger sind. Es gab keine verzauberte Decke oder fliegenden Kerzen, die wurden beim Filmen später digital ergänzt.


Ich kann nicht sagen, was mein Highlight des Studios Tour ist. Die Überraschung zum Beginn war schon ziemlich großartig. Genauso wie der Gryffindor Schlafsaal und Gemeinschaftsraum. Und Dumbledores Büro. Und der Fuchsbau... Über Knöpfe konnte man das Strick selber stricken und das Gemüsemesser selber schneiden lassen. Und im Regal waren Cheeri Owls!
Es waren viele Kleinigkeiten, die man im Film nicht unbedingt gesehen hat, die ich ganz toll fand. Im Gryffindorgemeinschaftsraum hängt ein Porträt der jungen Minerva McGonagall. Überhaupt waren die Porträts ganz toll. Ich habe mir da keine Gedanken darüber gemacht, dass die ja auch alle gemalt werden mussten. Einige der Abgebildeten waren Leute, die hinter den Kulissen am Film mitgewirkt haben.
Rons Bett
Der Schlafsaal war mit persönlichen Gegenständen der Jungen dekoriert. Ein Fußballschal und -fahne für Dean, Chudley Cannons Fanartikel und eine bunte Strickdecke für Ron. In Dumbledores Büro  konnten wir die Porträts der schlafenden Schulleiter und Schränke voller merkwürdiger Gegenstände bewundern. Das Büro konnte man tatsächlich betreten. Zumindest mehr oder weniger. Mit ein bisschen Fantasie war es tatsächlich so, als wäre man in seinem Büro - wenn die gesichtslose Puppe im Dumbeldore-Kostüm einen nicht auf so merkwürdige Art und Weise ohne Augen angestarrt hätte.


Young McGonagall







Tolle Details gab es auch im Zaubertränkeklassenzimmer, auch wenn man lieber nicht allzu genau wissen wollte, was sich in den Gläsern mit den eingelegten Tieren befindet, und den Ausbildungserlassen von Umbridge. Besonders schön fand ich "Boys must be seen to keep their hands on the outside of their school capes." Ohne Worte. Allerdings fand ich schon im Film die scheinbare Fixierung Umbridges auf "sexuelle" Handlungen etwas übertrieben. Ich glaube, sie hatte ganz andere Sachen zu beanstanden. Auch das Heuler-Verbot fand ich etwas out of character. Wenn Umbridge drakonische Strafen wie Sätze mit dem eigenen Blut schreiben gutheißt, sollte eine Demütung vor der ganzen Schule im Form einen schreienden Briefs ihr doch eigentlich gut ins Konzept passen. Vor allen, weil sie sich dann nicht die Mühe machen muss, den Brief vorher zu lesen. Außerdem fand ich den Glasschaukasten mit den für den Film angefertigten Schriftstücken faszinierend. Bücher, Zeitungen, Briefe... Was hätten wir nicht für eine Ausgabe des Tagespropheten gegeben! Aber vermutlich wäre der, genau wie die Karte des Rumtreibers, völlig überteuert gewesen. In dem Schaukasten konnte man auch Umbridges "Letter of Concern" über Harry an McGonagall lesen. Der war sowas von großartig: "I would like to bring to your attention the insolent behaviour in class of Mr Potter." und eine Auflistung seiner Vergehen. Ich habe keine Briefe gelesen, die meine Kolleginnen an die Eltern unserer Schüler schreiben, aber so in etwa stelle ich mir das vor. Das passt auch so gut zu dem, was einer der Regisseure über die Harry Potter Bücher gesagt hat; nämlich, dass sie trotz Drachen und Magie immer noch eine britische Schulgeschichte sind. Ich fand das beim ersten Lesen etwas herablassend und habe mich gefragt, warum er dann überhaupt als Regisseur für die Filme angefangen hat (es war entweder der vom fünften oder vom sechsten Film und dem habe ich eh nicht verziehen, was er aus den Büchern gemacht hat), aber irgendwie stimmt es ja schon. Ich kann doch recht viel Schulalltag aus meiner Schule mit Hogwarts verbinden (oder zumindest mehr als mit meinem eigenen Schulalltag in Deutschland) - auch wenn Hogwarts natürlich viel cooler ist - und dieser Brief zeigt das trotz rosa Katzenbriefpapier sehr gut.

Für die Snape-Fans und Slytherins unter euch

Ein weiteres Highlight war natürlich auch der Hogwartsexpress. Ja, der Zug wurde ausgestellt! Es gibt immer einen wechselnden Teil der Ausstellung und wir haben eben den Hogwartsexpress gesehen.
Eigentlich wollte ich schon in Kings Cross ein Foto am Gleis 9 3/4 machen, aber mittlerweile machen die das Foto da professionell und man muss 10 Pfund bezahlen. Das habe ich nicht eingesehen, zumal ich ja auch eins aus den Anfangszeiten habe. Allerdings hätte ich gerne eins mit meinem Ravenclaw-Schal gemacht. In den Studios hatten sie auch Gepäckkarren in einer langen Reihe in der Wand stecken und Leute, die Fotos von einem machen. Ich habe auch eins von mir machen lassen, aber ein Foto kostet 12 Pfund. Vier bekommt man für 24, aber auch das fand ich extremst übertrieben. Zum Glück hat Melanie auch ein Foto von mir am Gleis gemacht, auch wenn ich nicht in ihre Richtung gucke.
Der Hogwartsexpress beendete den ersten Teil der Ausstellung. Als wir dort fertig waren, hatten wir schon drei oder vier Stunden in den Studios verbracht. Wir stärkten uns mit einem Sandwich und Butterbier, süßer Eischnee auf einer Art Apfelschorle. Butterbier ist überhaupt nicht empfehlenswert und ich bezweifele ernsthaft, dass das auch nur irgendwie an JKR Idee ran kommt. Es fängt schon damit an, dass es nicht heiß ist.
Nach dem Essenstop gab es ein paar Ausstellungsstücke draußen u.a. den fahrenden Ritter und die Brücke, auf der Harry und Lupin über Lily sprechen. Für ein Gruppenfoto stürmten Melanie, Angelina und ich fröhlich die Brücke und wurden von einer Aufseherin zurecht gewiesen, weil wir durch den Ausgang reingegangen waren. Ups. Die lustigsten  Fotos draußen sind aber im Ford Anglia und auf Hagrids Motorrad samt Beiwagen entstanden.


Eine Attraktion, die auf jeden Fall ein heißer Favourit für das ultimative Highlight des Ausflugs hat, ist die Winkelgasse. Das Schöne an ihr ist, dass man tatsächlich durchlaufen kann. Bei vielen anderen Orten wie dem Fuchsbau, Hagrids Hütte oder dem Schlafsaal kann man nur hinter einer Absperrung stehen und reingucken. In der Winkelgasse konnten wir tatsächlich zwischen den Läden her spazieren und die Schaufenster betrachten. Das war unheimlich cool. Die Geschäfte konnte man nicht betreten, aber das wäre wohl zu viel verlangt gewesen. Ich habe mich vor Flourish & Blotts fotografieren lassen und habe dann festgestellt, dass nur Lockhartbücher im Schaufenster liegen... Die Apotheke informiert darüber, dass der Handel mit Einhornblut illegal ist und Weasleys Zauberhafte Zauberscherze ist natürlich auch ein Hingucker.


Nachdem wir die Winkelgasse hinter uns gelassen hatten, kamen wir in Räume, in denen die Planungen ausgestellt waren. Skizzen und Modelle der Gebäude und gemalte Bilder, mit deren Hilfe Filmszenen geplant wurden. Manche fand ich besser gelungen als die eigentliche Szene. Außerdem gab es ein niedliches Bild von einem Plüschtier-Hippogreifen.
Den Schluss der Ausstellung bildet ein sehr großes Modell von Hogwarts. Es ist "nur" ein Modell, aber die Stimmung im Raum war toll und deswegen ist das auch ein Highlight-Anwärter. Zuerst ist man allein von der Größe des Modells fasziniert. Dazu gibt es eine ruhige Musik und es wird abwechselnd Tag und Nacht. Bei Nacht leuchten kleine Lämpchen an den Wegen. Ich hatte Gänsehaut. Es war auch einfach so toll, Teile von Hogwarts nicht nur aus den Filmen sondern auch von den Drehorten wiederzuerkennen. Den Kreuzgang der Durham Cathedral habe ich sofort entdeckt und nach kurzer Suche auch Alnwick Castle. Das Film-Hogwarts existiert komplett ja nur als Modell, weil es in vielen verschiedenen alten Gebäuden gefilmt wurde.



Unser Besuch endete im Souvenirladen. Wo sonst? Ich habe mich aber zurückgehalten und mir kein T-Shirt gekauft. Ich war versucht, aber Ravenclaw hat im Film die falschen Farben, ein anderes Haus wollte ich nicht, die Pixies waren mir zu verspielt und irgendwie habe ich es bezweifelt, dass ich tatsächlich in einem Chudley Cannons T-Shirt herumlaufen würde. Ein T-Shirt hat mir ziemlich gut gefallen. Es war schwarz mit einem roten Thestral (ja, etwas merkwürdige Farbwahl) und Lunas Zitat, dass Harry genauso wenig verrückt wie sie selber ist. Aber das T-Shirt gab es nur noch in S und damit hatte sich die Überlegung ganz schnell erledigt. Aber ich habe mir eine tolle Ravenclaw-Tasse und Postkarten gekauft.

Mein Zug nach Glasgow fuhr um zehn vor elf zurück. Die anderen haben noch lange mit mir am Bahnhof gewartet und ich war nicht sehr lange alleine, bis ich einsteigen konnte. Die Rückfahrt war allerdings eine Katastrophe. Ich hatte einen reclining chair im Nachtzug gebucht, konnte aber kaum schlafen, weil es kalt und unbequem war. In Edinburgh wurden wir morgens um sieben vor die Wahl gestellt, umzusteigen oder eine halbe Stunde Verspätung in Kauf zu nahmen (zusätzlich zu der Zeit, die wir planmäßig im Bahnhof rumstehen würden) und ich habe mich fürs Umsteigen entschieden. Ich dann letztendlich sogar eine Viertelstunde früher in Glasgow als ich ohne Verspätung mit dem anderen Zug gewesen wäre. Ich war total zerschlagen und am Ende, aber das war es definitiv wert.

Mittwoch, 8. April 2015

Besuche und Abschiede

Ich habe Osterferien. Das finde ich super. Allerdings sind die Osterferien auch meine letzten Ferien als FLA in Schottland. Das finde ich dann direkt weniger super. Ich bin noch knapp zwei Monate hier und habe das Gefühl, dass die Zeit mit der Geschwindigkeit eines ICEs an mir vorbei rast.

In der letzten Woche hatte ich gleich zweimal Besuch. Katharina, eine FLA, die in Südengland arbeitet und die ich beim Ambassador-Treffen in London kennengelernt habe, und Anja und Rebecca aus Deutschland. Katharina kam, als ich noch Schule hatte, aber zum Glück ist sie ja schon groß und konnte sich einen Tag alleine beschäftigen. Ich hatte vor den Ferien noch ein bisschen Stress, weil ich verschiedene Berichte und Präsentationen fertig machen und einen Text für den Schulnewsletter schreiben musste.
An Katharinas letzten Tag in Glasgow hatte ich dann aber frei und bin mit ihr ins West End gegangen. Das Wetter war wunderbar frühlinghaft und wir haben zugesehen, dass wir erstmal viel draußen gemacht haben. Ich habe den Kelvingrove Park neu entdeckt, nachdem ich im Winter gar nicht drin war. Das war wirklich schön. Später sind wir dann noch in die Hunterian Art Gallery und ins Kelvingrove Museum gegangen. Während ich die Art Gallery ja erst noch vor kurzen mit Amelie besucht hatte, ist es schon über ein halbes Jahr her, dass ich zuletzt im Kelvingrove Museum war. Im September hatte ich in der Ägypten-Abteilung ein Computerspiel entdeckt, bei dem man zwischen der Mumie und einem Talisman einen Weg mit Steinen legen musste (so ähnlich wie bei dem Spiel Carcassone) und dabei aufpassen, dass der Weg an keiner Seite offen ist - man bekommt natürlich immer Steine, die nicht passen, bzw. die verzweigen und jede Verzweigung muss entweder zugemacht werden oder zum Talisman führen. Die Seele soll nämlich durch das Talisman befreit werden oder so. Im September war ich zu doof für das Spiel und wollte nicht länger üben, weil Kinder hinter mir anstanden. Diesmal war das Museum leerer und ich hatte mehr Zeit. Ich habe es bis in den vierten Level geschafft und bin sogar in der Highscore-Liste gelandet. Es sind manchmal Kleinigkeiten, auf die man besonders stolz ist. ;-)

Kelvingrove Museum mit blühendem Baum
Kaum war Katharina abgefahren, kamen auch schon Rebecca und Anja. Das war ganz praktisch; ich musste die Gästematratze gar nicht wegräumen. Die beiden sind schon sehr Schottland-erfahren, aber hatten wenig bis gar nichts von Glasgow gesehen. Also habe ich versucht, ihnen in wenigen Tagen zu zeigen, dass Glasgow die schönste Stadt Schottlands ist: West End, Innenstadt, Central Station, der Ausblick vom Lighthouse, Kathedrale, Nekropolis, Clyde... Ich war ganz begeistert davon, meine Lieblingsorte im Sonnenschein zu sehen - die Sonne habe ich in letzter Zeit doch schmerzlich vermisst - und ich glaube, meinem Besuch hat es auch gut gefallen. Sie hatten natürlich auch ihre eigenen Ziele. Das Keksregal im Supermarkt zum Beispiel.

Am Karsamstag haben wir einen Ausflug in Richtung Süden gemacht. Gretna Green, Durham und the Angel of the North. Gretna Green ist die Marriage Capital des UKs. Im 18. Jahrhundert sind minderjährige Paare aus England, die ohne Erlaubnis der Eltern heiraten wollten, nach Gretna Green durchgebrannt, weil es in Schottland nicht nötig war, die Einwilligung der Eltern zu haben. Zu dieser Zeit war eine Eheschließung in Schottland gültig, solange das Eheversprechen vor zwei Zeugen ausgesprochen wurde. So konnte im Grunde jeder eine Eheschließung vornehmen. In Gretna Green war es meistens der Schmied, der "anvil priest", weswegen der Amboss auch das Symbol der Hochzeiten in Gretna Green wurde.  In Stolz und Vorurteil wird der Ort auch erwähnt, weil Wickham und Lydia dort vermutet werden. 
Mittlerweile ist das Örtchen ein Touristenziel, auch wenn da immer noch viele Leute heiraten. Um die berühmte Schmiede herum stehen süße weiße Häuschen und niedliche bis kitschige Skulpturen sowie ein Bogen, unter dem sich ganz viele Pärchen küssend fotografieren ließen.
Durham hatte ich schon mal besucht, aber diesmal hatten wir viel mehr Zeit. Außerdem war es hell als wir da ankamen. Rebecca, Anja und ich sind durch die Innenstadt geschlendert bevor wir zu Kathedrale gegangen sind. Die Kathedrale habe ich mir bei diesem Besuch auch viel genauer angesehen als beim letzten. Aber natürlich sind wir auch in den Kreuzgang gegangen, der aus den Harry Potter-Filmen bekannt ist. Wie im Alnwick Castle bekamen wir von unserem Reiseleiter Fotos, die wir mit der Architektur vor Ort ergänzen sollten. Wir hatten aber mehr Spaß daran, sie nachzustellen und Anja hat einen ganz tollen Snape hingekriegt.
Vom letzten Mal wusste ich ja noch, dass der Rasen verboten ist...

Snape erwischt Ginny und eine andere Schülerin ohne Schuluniform
Außerdem hatten wir Glück und das Chapter House war geöffnet. Professor McGonagalls Klassenzimmer. Normalerweise ist das geschlossen, aber das National Youth Orchestra machte in der ganzen Stadt für sein nächstes Konzert und ein Cello-Quartett spielte im Chapter House. Im November hatte ich durch das Fenster gelinst und gedacht, dass es wirklich wie das Klassenzimmer aussieht. Samstag fand ich es nicht mehr ganz so, vermutlich weil der Tisch und der Stuhl abgedeckt waren. Außerdem ist es merkwürdig, Cellisten im Verwandlungsklassenzimmer zu haben.
Im Gift Shop der Kathedrale habe ich außerdem geguckt, wie weit das Lego-Modell ist und sie sind ein ganzes Stück weiter gekommen. Ich fand es besonders toll, dass sie auch den Fußboden und die Orgel nachgebaut haben. Ich weiß nicht, ob mir das beim letzten Mal nicht aufgefallen ist, oder ob das auch neu war.
Der Angel of the North war nur ein Foto-Stopp und ich muss sagen, ich fand die Kelpies beeindruckender. Die Statue hat - laut Wikipedia - auch eine symbolische Bedeutung von wegen coal miners und der Übergang vom industriellen ins Informationszeitalter, aber ehrlich gesagt konnte ich das darin nicht erkennen. 

An Ostern waren wir drei in der St Mungo's Cathedral zum Gottesdienst. Das fand ich auch sehr schön. Der Pfarrer hat über die drei verschiedenen Wörter gesprochen, die in der Ostergeschichte im Johannesevangelum für "sehen" verwendet werden. Einmal im Sinne von "wahrnehmen", dann "wahrnehmen und verstehen" und zum Schluss "wahrnehmen, verstehen und glauben". Letztes Jahr Ostern in Rom, dieses Jahr in Schottland... Ich muss sagen, dass mir der Gottesdienst hier in der Kathedrale besser gefallen hat, als der auf dem Petersplatz. Aber trotzdem, nach zwei Jahren ohne die bekannten Osterlieder muss ich nächstes Jahr wieder in Deutschland feiern. 

Aber mein Post heute heißt ja nicht nur "Besuche" sondern auch "Abschiede". Die Osterferien bedeuten auch, dass Die GETs wieder nach Hause müssen. Amelie also auch. Ich bin nicht gut im Verabschieden und zögere das immer gerne raus, vor allem, wenn es um die Verabschiedung von Leuten geht, die ich mag. Bisher musste ich nur die GETs verabschieden (abgesehen von meine Besuchern, aber das ist ja was anderes) und die habe ich dann einmal in den Arm genommen und "Gute Fahrt" gewünscht. Ganz so, als würden sie nur zum einwöchigen Osterurlaub an die Ostsee aufbrechen.
Von Amelie gab es einen Abschied auf Raten: Abschiedsessen mit den Kolleginnen (vor ihrer letzten Schulwoche), ein letzter gemeinsamer ISUK-Ausflug, Abschiedstrinken mit anderen GETs, Abschiedspubbesuch mit der Scottish Country Dance Society, letzter gemeinsamer Schultag mit Kuchenessen und gestern bin ich mit Amelie, ihrem Freund und ihrer Schwester nach Falkirk, Edinburgh und Stirling gefahren und abends in einen Comedy Club gegangen. Diesmal war es wirklich ein Abschied.
Ich war schon sowohl in Edinburgh als auch Stirling, aber Edinburgh ist immer wieder schön (ich werde sicher nochmal hinfahren) und es schien die Sonne. Bei meinem letzten Ausflug auf den Calton Hill in Edinburgh bin ich schon um das National Monument herum geschlichen und wollte eigentlich gerne drauf klettern, sah aber ein, dass ich das alleine nicht schaffen würde. Ich bin zu klein. Gestern waren wir aber zu viert da und Amelie und ihre Schwester haben mich hochgezogen, während Amelies Freund am Fuß des Denkmals assistierte. Zuerst habe ich micht etwas geziert, weil ich ziemlich Schiss hatte, nicht hochzukommen und mich endlos zu blamieren, aber dann hat es doch super geklappt. Auf der Royal Mile in Edinburgh war ich auch fast versucht, mir einen Koffer im Tartan-Muster zu kaufen, habe mich dann aber doch dagegen entschieden, weil ich fürchtete, dass er trotz des stolzen Preises von 50 Pfund nicht lange halten würde. Auch die Kelpies in Falkirk kannte ich schon, aber wir waren auch beim Falkirk Wheel, einem irren Schiffshebewerk, das wie ein Reisenrad mit nur zwei Gondeln funktioniert und Schiffe von einem höher liegenden Kanal in einen tiefer liegenden transportiert und umgekehrt.
Falkirk Wheel
National Monument in Edinburgh
Robert the Bruce sonnt sich in Stirling
Im Comedy Club trafen wir dann auch Sebastian und seine Freundin sowie einen schottischen Freund von Amelie und Sebastian. Der Abend im Club war lustig. Es traten einige Nachwuchs-Stand up Comedians auf, einige besser als andere und ein Typ aus Yorkshire, den ich gar nicht verstanden habe. Danach gab es einen längeren Auftritt von einem erfahreneren Comedian, der (männlich) einen ziemlich guten Beitrag über die Menstruation und darüber hielt, dass das NHS kostenlos Kondome verteilt, aber Binden und Tampons als Luxusgüter bezeichnet werden. Ich hatte sehr viel Spaß. Aber leider ging der Abend dann auch zuende und der endgültige Abschied nahte. Amelie sagte etwas wie "Lass von dir hören!" und andere Sachen, die normale Menschen zum Abschied sagen. Ich sagte: "Gute Fahrt!" Wie bereits erwähnt, ich bin nicht gut bei Abschieden. Aber ich hoffe auch darauf, dass wir es schaffen, uns in Deutschland mal zu besuchen.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Beruflich nach London

Vor ein paar Wochen lag ein Brief der UK-German Connection (ein britisch-deutsches Jugendwerk) in der Schule, dass ich mich als FLA-Ambassador bewerben könne. Als Erweiterung zu meiner normalen Tätigkeit kann ich damit ein bilaterale Projekt mit einem englischsprachigen Assistenten, der/ die gerade an einer deutschen Schule ist (ELA) durchführen. Ich fand es ganz interessant, habe mich kurz vor knapp beworben und bin tatsächlich genommen worden. Aus diesem Grund musste ich Ende Novemeber für Wochenende nach London, um dort an dem ersten FLA/ELA-Treffen teilzunehmen. Meine erste Dienstreise sozusagen. Die Reisekosten wurden/ werden mir erstattet. Das war irgendwie aufregend.
Die drei Tage in London waren aber echt nicht ohne. Aus Kostengründen (und weil ich keine Lust hatte, zu fliegen - vermutlich wäre mir auch der Flug finanziert worden, der wäre nicht viel teurer gewesen) bin ich mit der Bahn gefahren. Ich kam am Freitag gegen Mittag an und hatte deswegen noch Zeit, mich mit einem anderen FLA zum Kaffee trinken zu treffen, bevor es richtig los ging.
Nach ein paar Ice breaker-Spielen (und wieder habe ich bei dem Spiel "Finde jemanden, mit dem du Sachen gemeinsam hast" ein äußerst schlechtes Händchen bewiesen - mit Mühe und Not sind meine Partnerin und ich auf zwei Sachen gekommen, wir sollten drei finden) und Präsentationen über die UK-German Connection und Projekte des letzten Jahres war der Freitag auch schon rum und wir wurden im Bus zum Hotel gefahren, wo ich den Abend mit Marit von den Orkneys, Nina, einer FLA, die von der gleichen Uni wie Marit kommt und drei ELAs in Marits Zimmer verbracht habe, wo wir eigentlich Trival Pursuit spielen wollten, aber dann doch nur gequatscht haben.
Samstagvormittag ging es dann um zehn Uhr wieder los. Nach einer Sicherheitseinweisung ("Im Brandfall nehmen wir alle den Aufzug, weil im zweiten Stock gerade der Boden neugemacht wird." - ähm, alles klar) und einer Aufwärmübung (Stufe 1: alle männlichen Teilnehmer gehen durch den Raum und benennen alle mit Fischnamen, alle weiblichen Teilnehmer tun das Gleiche, nur nehmen sie Namen von Popstars anstelle der Fische - diesmal wäre ich so gerne ein Mann gewesen; Stufe 2: Kombiniert die Fisch- und Popstarnamen - das Kreativste, zu dem ich in der Lage war, war Lady Lachs) ging es dann in eine intensive Gruppenarbeit: Ideenaustausch wie verschiedene Themen mit Schülern behandelt werden könnten (Geschichte/ Politik, Kultur, Identität und Bildung). Die große Herausforderung des Wochenende war, einen Projektpartner der anderen Sprache (also in meinem Fall eine/n ELA) zu finden und ein Projekt zu entwickeln.
Eigentlich wollte ich etwas machen, das ich mit dem Music Club, den ich an meiner Schule eingeleiert habe, verknüpfen kann, mache, bin dann aber in Geschichtsgruppe gelandet. Ein bisschen, um Laura und Victoria glücklich zu machen, habe ich dann überlegt, dass ich ja was zum Mauerfall machen könnte, bevor ich mich von der Idee, anhand von Legenden einen anderen Zugang zur Geschichte zu finden, habe begeistern lassen. So leicht wie ich hatten es aber nur wenige bei der Partnersuche. Die Tatsache, dass wir ein paar FLAs mehr als ELA waren bzw. sind, machte das Ganze nicht einfacher. Nach der Mittagspause sollten wir uns gegenseitig unsere Projekte bzw. Projektideen vorstellen, was im Kugellager mit 60 Leuten äußerst an den Stimmbändern und den Nerven zerrte.
Nach einem sehr anstrengenden Tag hatten wir uns um fünf Uhr dann auch unseren Feierabend verdient. Eigentlich wollten Marit, Nina, Michael und ich ins Theater, aber leider gab es für das Theaterstück, das wir sehen wollten (Not About Heroes über Wilfred Owen und Siegfried Sassoon) nur noch drei Karten. Die anderen drei überlegten in ein Konzert zu gehen, auf das ich aber keine Lust hatte, und mich deswegen schnell spontan einer Gruppe aus fünf FLAs und einer ELA anschloss, die Mockingjay im Kino sehen wollten. Der Film war richtig gut. An manchen Stellen hatte ich richtig Gänsehaut. Und obwohl ich vorher rumgefrotzelt hatte, dass ich vermutlich einschlafen würde, weil mich der Tag so erschöpft hatte, hatte ich keine Probleme, wach zu bleiben. ;-) Nach dem Film ging uns allen das Lied vom Hanging Tree nicht aus dem Kopf.
Am Sonntag mussten sich einige noch einen Partner suchen. Da ich glücklicherweise bereits am Samstag eine Partnerin gefunden hatte, konnten wir uns auf die Projektplanung konzentrieren. Zum Abschied bekamen wir noch alle einen Kapuzenpulli geschenkt, der mir sehr willkommen war, denn es war echt kalt im Raum. Das Treffen endete mittags mit Lunchpaketen für alle. 
Mein Zug zurück nach Glasgow fuhr erst abends, deswegen hatte ich noch etwas Zeit, mir London anzusehen. Zusammen mit Ines, die in Edinburgh als FLA arbeitet, war ich im Victoria & Albert Museum. Eigentlich wollten wir uns die Brautkleider-Ausstellung ansehen, aber die war uns dann doch etwas zu teuer (über zehn Pfund Eintritt). Also haben wir uns andere Teile des Museums angesehen und zumindest ein paar ausgestellte Kleider (wenn auch nicht Hochzeitskleider) gesehen. Von einer anderen Etage konnte man später auf die Brautkleider-Ausstellung herunterblicken und dabei stellten wir fest, dass sie ziemlich klein war. Ines musste allerdings auch recht bald zum Flughafen fahren und deswegen habe ich mir alleine den Tower und die Tower Bridge im Dunkeln (und Nieselregen) angesehen. Vor dem Tower waren noch die Keramik-Poppies vom Remembrance Day zu sehen (888 246 - für jeden getöteten Soldaten eine). Zum Schluss bin ich noch zur Oxford Street gefahren, um mir die Weihnachtsbeleuchtung anzusehen. Eigentlich hatte ich überlegt, noch zum Winterwonderland im Hyde Park zu fahren, aber das lag dann doch nicht auf dem Weg und ich wollte ja auf keinen Fall den Zug verpassen.




















Auf dem Hinweg hatte ich die Zugfahrt genossen. Auf dem Rückweg eher weniger. Ich wollte einfach nur ins Bett, weil das Wochenende mich ziemlich geschlaucht hatte und mein Nachbar war irgendwie merkwürdig. Aber immerhin habe ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter einmal ganz durchgelesen.

Freitag, 28. November 2014

Mixing with the locals

Bevor ich hier hingekommen bin, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht (natürlich - aber wer macht sich das nicht?), unter anderen darüber, ob ich hier schnell nette Menschen kennenlernen würde. Solche Sorgen sind meistens unberechtigt, denn irgendwen findet man ja immer.
Das Schöne am Assistenten-Sein ist, dass es ähnlich wie beim Erasmus-Semester eine Gruppe von Leuten gibt, die in der gleichen Situation wie man selber ist. Das schafft eine erste Basis. Dank sozialer Netzwerke kann man sich auch vorher austauschen und Treffen vereinbaren. Gut, es gibt immer solche wie Andreas, die sich aus der FLA-Gruppe ziemlich rauszuhalten scheinen (es muss ja auch niemand mitmachen), aber man ist nicht alleine.
In der ersten Zeit habe ich auch ziemlich viel mit den französischen Assistenten unternommen. Im letzten Monat hat das aber etwas abgenommen. Ein paar Französinnen sehe ich noch im Ceilidh-Kurs und Anabel und Gillen habe ich vor zwei Wochen bei einem Planungstreffen für Schulprojekte getroffen - das war zwar Arbeit und nicht Vergnügen, aber es ist nett, bei sowas Menschen zu treffen, die man kennt.
Ein bisschen schwieriger fand ich es, Leute außerhalb des Assistenten-Kreises kennenzulernen. Die Frauen in meinem Zumba-Kurs sind alle etwas älter und zu meinen Kolleginnen ist die Beziehung zwar gut, aber nicht so gut, dass wir uns außerhalb der Schule treffen würden. Was habe ich also gemacht? Ich bin verschiedenen Societies der Uni Glasgow beigetreten: der German Society, der Creative Writing Group und der Ceilidh-Kurs ist auch über eine Society organisiert. Ich hatte gehofft, über die Societies auch ein paar Briten kennenzulernen. Die internationale Gruppe ist zwar schön und gut, aber irgendwie möchte man ja doch auch Kontakt mit den Muttersprachlern haben. Gerade, wenn es darum geht, Fragen zur Sprache zu stellen, die ich nicht unbedingt mit den Lehrerinnen diskutieren will (zumal die ja eh kaum Zeit haben).
Über die German Society habe ich zwei Tandempartner organisiert bekommen. Emily und Matthew. Lustigerweise kennen beide meine Mitbewohnerin. Ich treffe mich regelmäßig mit ihnen, wir sprechen Deutsch und Englisch und trinken Kaffee/ Tee oder gehen shoppen (letzteres mit Emily ;-)). Morgen fahren wir zusammen nach Edinburgh zum Weihnachtsmarkt. Die German Society ist auch die, in der ich am meisten socialise. Beim Ceilidh tanze ich nur und gehe am Ende nicht mit in die Kneipe (ich habe am nächsten Morgen nämlich immer früh Schule) und zum kreativen Schreiben gehe ich nur vereinzelt hin, weil ich irgendwie keinen richtigen Draht zu den Leuten kriege, allerdings immer gute Inspirationen für Geschichten mitnehme. Wenn man dann mal die Zeit hätte, zu schreiben...
Zum Stammtisch der German Society versuche ich möglichst regelmäßig zu gehen. Abgesehen von den wöchentlichen Treffen gibt es auch ab und zu Filmabende, Partys oder Kaffeekränzchen. Letzte Woche fand eine Party statt, bei der deutsche Musik gespielt werden sollte. Die Ankündigung hat mir zuerst etwas Angst gemacht, aber bei der Facebook-Veranstaltung wurden dann viele anständige Liedvorschläge gemacht und ich war ja schon neugierig. Also bin ich hingegangen, auch wenn am nächsten Tag Schule war (zum Glück erst spät). Die ersten Lieder, die gespielt wurden, kannte ich gar nicht und gefielen mir auch nicht besonders. Dann schlug jemand dem DJ "Disko Pogo" vor. Gut, das kannte ich, hob das Niveau aber nicht wirklich. Danach wurde es aber langsam besser und ich habe mich einfach köstlich amüsiert, wenn ich mir die Reaktionen der Nicht-Muttersprachler ansah (völlig Unverständnis, warum wir alle bei "Skandal im Sperrbezirk" so abgingen - und ja, ich musste an meine besondere Beziehung zu diesem Lied denken ;-)) oder mir überlegte, was sie wohl gerade dachten. Wie man auf die Idee kommen konnte, die deutschen Versionen von "Waterloo", "Downtown" und "Let it go" aufzulegen, ist mir jedoch schleierhaft. Ich hatte Spaß und für die Deutschstudenten war es sicher lehrreich kulturell und intellektuell wertvolle Lieder wie "Willst du mit mir Drogen nehmen" und "Moskau" kennenzulernen.
Diese Woche habe ich mit der German Society "Der Schlussmacher" gesehen. Ich kannte den Film noch nicht und habe auch eigentlich nicht besonders viel davon erwartet, aber er war ganz lustig. Nach dem Film fragte entweder Emily oder eine ihrer Freundinnen: "How do you say 'threesome' in German?" Für solche Fragen braucht man einen Tandempartner. ;-) Die andere Deutsche, die dabei stand, und ich haben dann auch bereitwillig Auskunft gegeben und auch das dazugehörige Verb genannt.

Montag, 3. November 2014

Geburtstag in der Ferne

Ich habe gerne Ende Oktober Geburtstag. Nicht nur, weil ich meine Geburtstagsfeier an Halloween/ gruselige Themen anlehnen kann, sondern auch weil ich den Herbst mag. Wenn die Blätter der Bäume sich langsam gelb und rot färben und später bunte Laubhaufen, in die man reinspringen kann, auf dem Boden liegen, finde ich das ganz toll. Natürlich habe ich als Kind auch schon Nachteile an dem Datum gesehen, wie z.B. dass ich nie eine Feier im Garten machen konnte. Im Studium habe ich einen weiteren Nachteil meines Geburtstags kennengelernt. Mit wem feiern, wenn man neu in der Stadt und der Geburtstag nicht mal drei Wochen nach Uni-Beginn ist?
Bisher habe ich meinen Geburtstag dreimal an neuen Orten gefeiert. In Essen habe ich mich für meine Mitbewohnerinnen entschieden, im Erasmus-Semester kamen die beiden Lisas an dem Wochenende nach meinem Geburtstag, so dass ich meinen Geburtstag einfach gedanklich um zwei Tage nach hinten verschoben habe. Hier war mein Geburtstag irgendwie ruhiger als vor vier Jahren in Spanien.
Bereits zur deutschen Mitternacht bekam ich die ersten Anrufe und (Sprach-) Nachrichten und eine Stunde später nochmal. Morgens hatte ich Schule. Die Lehrerinnen, oder zumindest Laura und Victoria, wussten, dass ich Geburtstag hatte (schließlich hatte ich das in der Vorstellung bei den Schülern mindestens zwölfmal gesagt, und ich hatte im Lehrerzimmer ein paar Sachen erzählt, die ich bis zu meinem Geburtstag noch erledigen musste) und als ich ins Lehrerzimmer kam, lagen da eine Karte und zwei kleine Geschenke. Total lieb! Die Geschenke mussten aber bis zur Pause warten, erstmal ging es in den Unterricht.
Die Viertklässler hatten irgendwie mitgekriegt, dass mein Geburtstag war, und haben mir eine Karte gebastelt, die sie mir zwischen zwei Kleingruppen in meinen Raum brachten. Sie hatten Laura gefragt, was ich denn gerne mögen würde und sie hatte ihnen Harry Potter gesagt, woraufhin sie die Karte Harry Potter-mäßig gestalteten, inklusive "You're a wizard, Rut". Soweit ich das sehen konnte, haben alle in der Karte unterschrieben. Sowas von süß, meine Schüler! Sie wollten auch in meinen Raum rüberkommen und mir ein Geburtstagslied singen, aber Laura hat es ihnen nicht erlaubt. Die anderen Klassen haben aber nicht rausgefunden, dass ich Geburtstag hatte.
In der Pause haben wir eine kleine Geburtstagsfeier im Lehrerzimmer gemacht. Ich hatte Kuchen gebacken und Laura und Victoria hatten Kuchen und Apfelsaft gekauft - "Ihr Deutschen trinkt doch so gerne Apfelsaft". Ich habe ihre Geschenke aufgemacht. Darin waren eine Tasse mit Sehenswürdigkeiten von Schottland und ein Memoryspiel mit schottischen Begriffen (also durchaus mit pädagogischen Anspruch ;-)). Ich habe mich sehr gefreut.
Nachmittags kamen die Spanier von dem Englandabenteuer und Amelie vorbei. Ich hatte außerdem meine Mitbewohnerinnen zu Tee und Kuchen eingeladen, aber Hélène war mit ihrem Besuch aus der Heimat unterwegs, so dass sich nur Vanessa dazu setzte. Es war eine sehr nette Runde. Wir haben viel geredet und sowohl meinen selbstgebackenen als auch den Kuchen, den die Lehrerinnen für mich besorgt hatten, verputzt und Unmengen Tee getrunken.

Jeder Geburtstag ist anders. Ich war mir nicht ganz sicher, wie dieser werden würde - ganz ohne Besuch von Freunden aus Deutschland oder der Familie.Vielleicht war das ein Grund, warum ich meinem Geburtstag dieses Jahr nicht so freudig entgegen geblickt habe wie sonst schon mal, und mich lange nicht entscheiden konnte, wie, mit wem und wann ich überhaupt feiere. Im Rückblick kann ich aber sagen, dass es ein schöner Geburtstag war. Es war nichts besonderes, einfach ein Beisammensein mit netten Menschen. Natürlich haben einige gefehlt, mit denen ich auch gerne gefeiert hätte. Aber ich fand es großartig, dass sich all die Leute, die da waren, Zeit genommen und sie mit mir verbracht haben. Ich komme so langsam in das Alter, in dem das Zeit nehmen das Wichtigste zu sein scheint, weil man irgendwie keine Zeit mehr hat.

Samstag, 25. Oktober 2014

I'm a Barbie Girl oder: British Council Training Day

Gestern hatten wir FLAs einen Training Day, der vom British Council organisiert wurde. Aus ganz Schottland kamen Assistenten nach Glasgow, um daran teilzunehmen. Aus diesem Grund hatte ich Marit, die deutsche Assistentin von den Orkney Islands für ein paar Tage zu Gast. Beim Goethe Institut-Treffen hatte sie erzählt, dass sie an diesem Tag teilnehmen und vorher gerne nochmal ein bisschen Glasgow erkunden würde, also habe ich ihr angeboten, dass sie bei uns in der Wohnung übernachten kann. Ich musste zwar schon wieder zur Schule, aber ich habe sie dann nachmittags irgendwo in der Stadt aufgesammelt und wir sind dann zusammen nach Hause gefahren. Sie hat mich auch auf die Idee gebracht, den Film Love is strange zu sehen, den ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Zurück zum Training Day: Nachdem das British Council-Einführungstreffen für mich ein bisschen enttäuschend war, weil es vor allem organisatorisch und weniger inhaltlich war, war ich sehr gespannt, wie dieser Tag verlaufen würden. Es wurde ein großer Aufwand um die Anmeldung betrieben - online eintragen in einer Umfrage, bei der dann auch der Name des Mentor Teachers eingetragen und Essensgewohnheiten (vegetarisch oder nicht etc.) genannt werden mussten. Eine Woche vorher kam dann eine Mail mit der Erinnerung an den Tag. In dieser Mail wurden wir außerdem dazu aufgefordert, an dem Tag etwas Pinkes zu tragen, da Breast Cancer Awareness Day sei. Außerdem könne man für die Krebsforschung spenden. Die Person mit dem besten pinken Outfit bekäme auch einen Preis.
Nun ist Pink bzw. Rosa so gar nicht meine Farbe. Ich habe mir dann aber trotzdem pinken Nagellack und pinke Zopfgummis gekauft und außerdem meinen pinken Yes-Anstecker von der Unabhängigkeitsbewegung, den ich auf meinem Schreibtisch gefunden habe, angesteckt. Das "Yes" sollte "Ja zu Awareness", nicht "Ja zu Brustkrebs" heißen. (Natürlich hat Andreas, ein andere deutscher Assistent, das direkt falsch verstanden) Der Blick auf meine Fingernägel hat mich den ganzen Tag lang schaudern lassen... Um die Spannung vorwegzunehmen: Ich habe nicht gewonnen. Die Gewinnerinnen hatten alle ein Teil komplett in rosa an (die Chinesin, die den ersten Preis gewonnen hat, zum Beispiel einen schon wirklich Barbie-mäßigen rosa Blazer) und der männliche Gewinner des dritten Platzes hatte dunkel-rosa Streifen auf seinem Pulli und hat den Preis bekommen, weil er der einzige Junge war, der überhaupt etwas Rosanes anhatte. Meiner Meinung nach hätte die Frau vom Schottischen Sprachenzentrum gewinnen müssen, weil sie wirklich richtig rosa angezogen war und sogar eine rosa Perücke aufhatte. Aber sie war Mitglied der Jury.
Gestern gab es dann wirklich den inhaltlichen Input, der beim ersten Treffen mit dem British Council gefehlt hat. Zuerst gab es einen Vortrag über Behaviour Management, den der Vortragende selber mit den Worten "Be friendly (as far as possible)" zusammenfasste. Danach lernten wir alle ein bisschen Walisisch. Die Lehrerin sprach ausschließlich Walisisch mit uns, um uns zu zeigen, dass man eine Sprache auch unterrichten kann, ohne die Muttersprache der Schüler zu benutzen. So lernten wir von einer Frau mit spitzem Hut, die wie ein Kobold vor uns auf und ab sprang, die Zahlen von 1 bis 3, die Farben rot, grün und blau und ein paar Kleidungsstücke. Vermutlich wird uns allen das Wort für Unterhose im Kopf bleiben (Dillad isaf), weil die Lehrerin die entsprechenden Kleidungsstücke mitgebracht hatte und einen der Jungs dazu brachte, sich eine blaue Spitzenunterhose (Dillad isaf glas) über seine Jeans anzuziehen. Mir hat es geholfen, dass die Lehrerin zusätzlich dazu, dass sie die Wörter gesagt hat, sie auch noch auf Schildern hochgehalten hat. Allerdings ist die Schreibweise im Walisischen komplett anders als die Aussprache.
Nach diesem lustigen Part waren wir selber gefragt, eine Unterrichtseinheit von fünf Minuten vorzubereiten und den anderen Assistenten ein paar Worte in unserer Muttersprache beizubringen, ohne dabei Englisch zu sprechen. Dazu fanden wir uns mit unseren Leidensgenossen Mitmuttersprachlern in einer Gruppe zusammen. Abgesehen von den Italienern, die nur zu zweit waren, waren wir Deutschen mit fünf Leuten die kleinste Gruppe. Und wir waren alle hochmotiviert und voller Ideen. Nicht. Im Grunde war die Aufgabe ja gut und praxisorientiert. Das Problem war, dass unsere Gruppe die Aufgabe hatte, mit den anderen ein Möbiusband zu basteln. Alle Unterrichtsstunden hatten irgendwas mit dem Möbiusband zu tun (die Chinesen hatten z.B. eine Brücke, die davon inspiriert war, die Spanier einen Film über Möbius), aber wir sollten mit unseren fünf Minuten die Grundlage bilden. Wir standen dann aber Problem, was wir genau sprachlich unterrichten wollten, auf welche Klassenstufe wir unsere Überlegungen abstimmen sollten und was wir in den drei Folgestunden, die eh niemanden interessierten, die wir aber auf dem Zettel eintragen mussten, machen sollten. Im Endeffekt hat Marit die Schritte langsam übers Mikro erklärt ("Nehmt die Schere. Die Schere"), während wir anderen in Zweiergruppen die Schritte stewardessenmäßig vorgemacht haben. Etwa die Hälfte hat mitgebastelt, aber das war mir auch egal. Und alles was die anderen mitgenommen haben, war vermutlich "Hallo", "Tschüss" und "Sehr gut". Wenn überhaupt. Aber was soll's. Ich habe von der chinesischen Vorführung nur "mu" (oder so ähnlich) für "Baum" im Kopf behalten.
Bei Chinesisch hat man wirklich nochmal gemerkt, wie es ist, eine Fremdsprache ohne irgendwelche Kenntnisse und sei es nur durch andere Fremdsprachen zu haben. Ich kann Spanisch, ich hatte mal Französisch und bei Italienisch konnte ich mir dementsprechend ziemlich viel ableiten. Deswegen hatte ich keine Probleme, diesen Gruppen zu folgen. Auch bei Walisisch ging es einigermaßen, weil "côt" (Mantel) doch recht ähnlich wie "coat" klingt. Bei Chinesisch hatte ich gar keine Anhaltspunkte und konnte teilweise nicht mal die Wörter von einander unterscheiden. Vielleicht war es auch nicht so günstig, dass die Chinesisch-Gruppe das Bild mit der Brücke, also das Thema Architektur, hatte. Wir Deutschen hatten es mit den Gegenständen wie Papier und Schere deutlich einfacher.
Das Treffen wurde von einer Frage-und-Antwort-Runde beendet. Allerdings sah die so aus, dass wir Fragen aufschrieben und der British Council sie beantwortete. Es wäre interessant gewesen, wenn andere Assistenten auch etwas dazu hätten sagen können. Der Erfahrungsaustausch untereinander war auf die Pausen und die Zeit während des wirklich leckeren Mittagessens beschränkt. Ich persönlich fand das etwas schade, muss aber auch sagen, dass ich die Zeit nicht effizient genutzt habe. Nicht, dass ich keine netten Gespräche geführt hätte, aber wenn ich es gewollt hätte, hätte ich vermutlich mehr Schulerfahrungen austauschen können. Nun ja.
Nach zwei Gruppenfotos wurden wir entlassen. Die meisten machten sich auf den Weg, um irgendwo was (alkoholisches) zu trinken. Marit und ich gingen stattdessen in den Hidden Tearoom, wo wir einen sehr leckeren Chaitee getrunken und dazu Scones gegessen haben. Die Teestube hat mir sehr gut gefallen. Sie ist größer, als es von außen den Anschein hat (zwei Etagen), ist sehr niedlich eingerichtet und den Tee gibt es aus kitschigen, aber irgendwie passenden, Blümchentassen und -kannen. Auf einem Schild stand, dass man dort auch Junggesellinnenabschiede feiern könnte. Also, wenn es bei mir irgendwann mal soweit ist - ihr wisst Bescheid! ;-)
Abends waren Marit und ich noch bei einem Ceilidh, den uns der British Council empfohlen hat. Allerdings waren wir beiden die einzigen, die von den Assistenten gegangen sind. Es ware trotzdem sehr lustig. Der Ceilidh war längst nicht so ernst wie unser Kurs (natürlich nicht, das war ja zum Vergnügen, während wir bei unserem Kurs wirklich die Schritte lernen sollen) und es wurde alles genau erklärt, so dass meine Gedanken, ich könne nicht mitkommen, weil ich im Kurs auch eine der langsameren Lerner bin, unbegründet waren. Im Gegenteil: Ich hatte sogar das Gefühl, eine derjenigen zu sein, die zumindest ein bisschen eine Ahnung hatten, was gerade vor sich ging. Natürlich waren die beiden jungen Männer im Kilt diejenigen, die am besten Bescheid wussten, wie die Tänze gingen. So ganz dem Klischee entsprechend. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, aber leider konnten wir nicht bis zum Schluss bleiben, weil Marit am nächsten Morgen früh wieder zurück fliegen musste. Außerdem waren wir ja auch schon den ganzen Tag auf den Beinen gewesen. Von daher fand ich auch, dass das Bett nicht die schlechteste Idee war.