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Sonntag, 31. Mai 2015

Die letzten Tage in Schottland

Denise ist am Sonntag nach Schottland gekommen, um hier ein paar Tage Urlaub zu machen. Am Dienstag fliegt sie zurück - und nimmt mich mit. Es ist schön, dass ich nicht alleine nach Deutschland zurückfliegen muss und jemanden dabei haben werde, die sehr gut versteht, warum ich traurig bin, dieses schöne Land zu verlassen.

Am Montag war Feiertag, also haben Denise und ich ihren Urlaub mit eineinhalb Tagen in Edinburgh begonnen. Mal wieder Edinburgh. Ich war in den letzten neun Monaten jetzt sicher vier oder fünfmal da. Einige Glaswegians würden mir das vermutlich schon als Verrat ankreiden. Glasgow und Edinburgh verbinden ähnliche Gefühle wie Düsseldorf und Köln. Ich kann nicht sagen, welche Stadt mir besser gefällt. Edinburgh ist wunderschön, keine Frage, aber ich finde die Stadt fast schon zu puppenstubenhaft und touristisch. Glasgow ist da irgendwie natürlicher. Ich liebe beide Städte. Deswegen sind Denise und ich Sonntag auch erstmal so durch die Stadt gestreift, bevor wir mit der Literary Pub Tour Bildung und Trinken verbunden haben. Ich habe die Tour schon vor zwei Jahren gemacht. An manche Sachen habe ich mich noch erinnert, andere sind mir wieder eingefallen und wieder andere sind entweder letztes Mal nicht gesagt worden (ganz besonders gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass andere Schriftsteller erwähnt wurden), oder ich habe sie schichtweg nicht verstanden. Vor zwei Jahren hatte einer der beiden Schauspieler einen sehr starken schottischen Akzent. Dieses Mal wäre es mir vermutlich leichter gefallen, ihn zu verstehen, aber die Schauspieler sprachen sehr deutlich und kaum mit Akzent. Was auch anders zum letzten Mal war, war dass wir einen Mann und eine Frau war, was manchen Streitpunkten zwischen ihnen nochmal eine leicht andere Perspektive als beim letzten Mal gab. Ich fand die Tour wieder grandios und habe auch gemerkt, wie viele Sachen ich durch mein Studium und durch meine Staatsarbeit schon wusste und war stolz auf mich.
Montag waren Denise und ich zuerst im Castle. Wir hatten geplant, um halb acht aufzustehen und kamen uns damit sehr früh vor. Aber Jugendherbergen sind mittlerweile offenbar ein Ort für Frühaufsteher. Dass die ersten das Zimmer schon um vier Uhr verließen, bekam ich gar nicht mit. Allerdings waren es die anderen beiden Zimmermitbewohner, mit denen wir unseren Spaß hatten. Sie hatten einen Wecker gestellt, waren aber früher aufgestanden und hatten das Zimmer verlassen. Um sieben oder so klingelte also deren Handywecker und hörte nicht auf. Wir wurden sicher zehn Minuten beschallt, bis die zwei sich erinnerten, dass sie wohl was vergessen hatten...

Das Castle machte um halb zehn auf und als wir um zwanzig nach neun an der Esplanade ankamen, warteten da schon viele Menschen, die auch alle rein wollten. Wir kamen aber erstaunlich schnell voran und haben eine Führung mitgemacht. Auch hier erinnerte ich mich an ein paar Sachen vom letzten Besuch, habe aber auch einiges gehört, was ich vorher noch nicht wusste. Zum Beispiel ist James II. gestorben, weil er bei seiner Frau mit einer Kanone angeben wollte ("He liked the big guns.") und dann beim Abfeuern sich selbst so stark verletzte, dass er daran zugrunde ging. 
Diesmal habe ich auch die schottischen Kronjuwelen und den Stone of Scone gesehen. Schön sind die ja nicht unbedingt. Aber der Hauptzweck ist vermutlich, damit anzugeben. Und bescheiden sind Könige wohl nie.
In der Great Hall gab es ein Re-Enactment von einer Hofdame von Mary Queen of Scots, die die Lebensgeschichte der Königin erzählte und die neue Mode zeigte, die eben diese aus Frankreich mitgebracht hatte. "Shades of Green" waren in Frankreich der neuste Schrei, während unsere schottische Adelige noch in einem gelb-roten Kleid herumlief.
Wir haben noch einige Orte auf der Burg abgelaufen, die ich bei meinem letzten Besuch nicht gesehen hatte, darunter einen Raum mit netten Fensterbuchten, in die man sich bei Partys sicher gut zurückziehen und lästern könnte und die Kerker der Burg. Dort gab es ein paar Audio-Aufnahmen, auf denen Gefangene sprachen. Über den spanischen Akzent des einen mussten wir sehr lachen.
Nach der Burg gingen wir uns Writer's Museum und nach einer Mittagspause, liefen wir - weil wir noch nicht genug gelaufen waren - zum Parlament und Arthur's Seat, beschlossen aber, nicht bis ganz nach oben zu laufen. 

Auf dem Weg zurück zum Hostel kamen wir an einem Bus vorbei, in dem eine Mini Kunst/ Design-Ausstellung war. Ich habe kaum etwas von der Ausstellung gesehen, weil ich mich die ganze Zeit mit einem Videospiel beschäftigte, bei dem man einen Vogel über eine leere Leinwand fliegen lassen und Erdbeeren einsammeln lassen musste. Dort, wo der Vogel lang flog, entstand ein Bild, das im nächsten Level farbig ausgemalt und noch einen Level später weiter ergänzt wurde. Das war wunderbar entspannend und Denise musste mich förmlich davon los reißen.

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag hatte ich Schule und Denise musste ich alleine beschäftigen.
Mittwoch war bei mir in der Schule ein internationales Sportfest für die Erstklässler, eine Kooperation von mindestens Sport, Deutsch und Kunst. Die Schüler wurden in verschiedene Ländergruppen unterteilt (u.a. Deutschland, Schottland, Malaysia und Kenia) und traten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Ältere Schüler sagten die Disziplinen und die Gewinner auf Deutsch an und eigentlich hätten die Schüler Sätze in den jeweiligen Landessprachen ("Hallo", "Ich komme aus...", "Viel Glück" usw.) lernen sollen, aber unser Suaheli- und Chinesisch-Kenntnisse waren dann doch zu schlecht, um das glaubhaft unterrichten zu können. Stattdessen haben sie die Sätze auf Deutsch gelernt. Die Kunstlehrerin hatte für Fahnen und Plakate gesorgt.
Ich durfte beim Sportfest dabei sein und habe die meiste Zeit bei den Schülern verbracht, die die Ansagen gemacht haben, und habe ihnen geholfen, die Wörter auszusprechen. "800m Mittelstreckenlauf" ist wirklich schwierig. Als Muttersprachlerin habe ich mich dann auch verpflichtet gefühlt, ab und zu etwas Deutsch zu sprechen und habe völlig willkürlich den Schülern "Los! Beeil dich!" oder "Gut gemacht!" zugerufen. Es war schon irgendwie lustig. Weniger lustig war, das auf dem Weg zurück zu Schule der Bus erst nicht ansprang, so dass 30 Schüler aus unserem Bus umgeladen wurden und der Rest auf den Mechaniker warten musste, und der Bus, als er dann endlich fuhr, rauchte und die Schüler aus der letzten Reihe nach vorne zu den Lehrern trieb, weil es hinten so stank, und wir alle froh waren, zur Schule zurückzukehren ohne dabei in die Luft zu fliegen.
Donnerstagabend haben Denise und ich Emily zum Essen getroffen. Ich muss mich schließlich nach und nach von alle den netten Menschen hier verabschieden. Aber ich hoffe ja, sie alle wiederzusehen.

Freitag waren wir in der Burrell Collection. In dem Museum werden Bilder, Statuen und anderer Kram gezeigt, den der reiche Unternehmer William Burrell gesammelt hat. Das Gebäude ist sehr cool, weil es eigentlich ein modernes Gebäude ist, aber immer wieder Torbögen oder Fenster aus alten Gemäuern eingebaut hat. 
Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich auch mit dem Leben im 16. und 17. Jahrhundert. Dort kann man die Handarbeitserzeugnisse junger Mädchen der Zeit sehen. Es war schon krass, was die damals gestickt haben. Nicht nur Kissen, sondern auch z.B. Bezüge für Spiegelrahmen. Und die Stickereien waren dann teilweise noch mit Perlen verziert oder mit speziellem Garn aufgepeppt. Eine Frau auf einem Kissen hatte zum Beispiel lockige Haare aus gekräuseltem Garn. Wahnsinn, wie viel Arbeit da drin steckt. Aber die Mädchen hatten damals wohl auch nicht viel zu tun.
Wir waren auch bei den Ställen und hatten diesmal Glück, denn wir haben die Shire Horses gesehen, die gerade zum Ausritt aufbrachen. Leider zeigte sich das Wetter am Freitag von seiner schottischsten Seite. Der Vormittag war sehr schön, aber gerade als wir zum Bus zurück laufen wollten, fing es an zu regnen. Und zu hageln. Wir liefen zurück zur Burrell Collection und stellten uns da unter.



Abends waren wir im Doctor Who Symphonic Spectacular im SSE Hydro. Ein Konzert, bei dem verschiedene Musik-Stücke vom Soundtrack der Serie von einem Orchester und Chor live vorgetragen wurden und auf einer Leinwand zusammengeschnittene Szenen gezeigt wurden. Außerdem kamen einige der Aliens auf die Bühne! Das Spektakel begann mit einer Durchsage der Cybermen, dass die Menschen gehorchen müssten und Blitzfotografien nicht kompatibel mit der cyber technology seien. Peter Davison, der fünfte Doktor, führte durch das Programm und stellte gleich zu Beginn fest, dass Glasgow  eine besondere Bedeutung für Doctor Who hat, weil mehrere Mitglieder der Produktion in Glasgow geboren seien (wenn man den Großraum Glasgow etwas wohlwollend dehnt, stimmt das sogar) und sagte, dass er einen Algorithmus entwickelt habe und 87 zukünftige Doctors und 149 zukünftige Produzenten im Publikum säßen und Doctor Who somit für die nächsten 200 Jahre gesichert sei. 
Zwischendurch kamen die Daleks auf die Bühne und versuchten, dem Orchester und dem Dirigenten ihren Willen aufzuzwingen, aber zum Glück hatte der Dirigent einen Sonic Baton (baton = Taktstock). Auch die Ood tauchten mehrmals auf der Bühne auf. Genauso wie The Silence und andere Geschöpfe aus der Serie. Das Konzert war unglaublich cool und ich habe mich sehr gefreut, dass auch das Lied der Ood gespielt wurde.
Es war auch lustig, die anderen Zuschauer zu beobachten. Die richtigen Hardcore-Fans hatten Plätze im Parkett und wurden von Daleks und Cybermen umrundet. Ein Dalek fuhr sogar direkt in die Menge. Ich weiß nicht, ob das ein Versehen oder Absicht war. Um uns herum auf den Rängen saßen eher die gemäßigten Fans, die meistens nur Doctor Who T-Shirts trugen, wobei der Fes auch ein beliebtes Fan-Kleidungsstück war.

Für gestern hatten wir eigentlich geplant, ans Loch Lomond zu fahren, aber weil das Wetter im Moment so unberechenbar sind, haben wir uns dann doch entschieden, in Glasgow zu bleiben. Im Endeffekt hatten wir dann so gutes Wetter, dass wir doch zum Loch Lomond hätten fahren können, aber das konnten wir ja nicht wissen. Wir waren stattdessen im West End. Im Kelvingrove Museum haben wir und die Dinosaurier-Ausstellung angesehen und sind dann an der Uni vorbei zum Botanischen Garten gegangen, um da zu Mittag zu essen. In einem Secondhandladen habe ich mir noch einen Ladies Kilt gekauft und von dort sind wir in die Innenstadt geschlendert. Ein Tag mit viel Laufen und gutem Wetter zum Abschied nehmen von einigen der schönsten Ecken Glasgows.

Heute habe ich gepackt und festgestellt, dass ich zu viel Kram habe. Einige Pullis und Bücher (!) habe ich schon zum Charity Shop gebracht und werde auch meinen Anorak und Schuhe hier lassen. Es ist unglaublich, was man in neun Monaten alles so ansammeln kann. Zum Glück ist in Denises Koffer noch ein bisschen Platz für meine Sachen.

Samstag, 23. Mai 2015

Einmal zum Leuchtturm und zurück

(Keine Angst, dieser Post wird nicht so ausführlich wie Virginia Woolfs To The Lighthouse ;-))

Gestern habe ich meinen Tandempartner in Montrose besucht. Wir hatten uns eine ganze Weile nicht gesehen (Montrose ist ein ganzes Stück von Glasgow entfernt - es liegt zwischen Dundee und Aberdeen) und es war sehr schön, ihn mal wiederzusehen. Außerdem habe ich so einen weiteren Flecken von Schottland kennengelernt. Ich glaube, Matthew hat sich zuerst ein paar Sorgen gemacht, ich könne mich langweilen, weil Montrose recht klein ist. Zum Vergleich: Es hat ungefähr die Hälfte der Einwohner meiner Geburtsstadt. Aber ich war ja in den Osterferien auf Orkney. Mich schockt nichts mehr. Außerdem hatte ich auf Facebook Fotos gesehen, die er von Montrose gepostet hat (u.a. besagten Leuchtturm) und die hatten mir gut gefallen. Und ich fand es nur gerecht, dass ich auch einmal den Weg auf mich nehme, um ihn zu treffen.
Bevor wir die Wanderung zum Leuchtturm wagen wollten, beschlossen wir aber doch erst mal eine Kaffee/ Tee-Pause einzulegen. Auf dem Weg zum Café zeigte Matthew mir auch seine alte Schule, die als Besonderheit eine golden angestrichene Kuppel hat. Die nächste Exkursion der Theologie kann also problemlos nach Schottland gehen. Hier gibt es nicht nur die rote Erde wie in Edom (ihr erinnert euch an Hoy); auch die schöne Kuppel des Felsendoms ist hier zu finden. Was will man mehr?
Danach sind wir zum Leuchtturm gelaufen und ich stellte fest, wie schön es an der Küste doch ist. Das Meer wird mir fehlen, wenn ich zurück nach Deutschland komme. Obwohl der Himmel nicht so ganz vielversprechend aussah, kamen wir trockenen Fußes am Leuchtturm an und auch wieder zurück in die Innenstadt, wo wir auf einmal merkten, wie schnell der Nachmittag herumgegangen war (ich hätte schwören können, dass es frühestens halb sechs und nicht viertel nach sieben war). Ich bin fest davon überzeugt, dass die Uhren sich seit dem Beginn des Jahres viel schneller drehen als vorher.

Samstag, 28. Februar 2015

Glasgows Museen

Auch wenn ich viel in anderen Städten unterwegs bin, habe ich in Glasgow längst noch nicht alles entdeckt. Allerdings bin ich schon dabei, mit verschiedenen Leuten (oder alleine) nach und nach die Museen in Glasgow abzuklappern. Und so langsam öffnen auch verschiedene Häuser/ Museen wieder, die über den Winter geschlossen waren. Es gibt also in den nächsten Monaten noch einiges zu entdecken.

Mit Annabel war ich im Dezember im Hunterian Museum. Das befindet sich in der Glasgow University und zeigt eine bunte Mischung von allem möglichen Kram. Ursprünglich waren die Ausstellungsstücke die private Sammlung eines Mannes namens William Hunter, der im 18. Jahrhundert lebte und scheinbar alles gesammelt hat, was ihm zwischen die Finger kam: Münzen, Bilder, ethnographische Gegenstände, Kniescheiben... Das Übliche eben. Als er starb vermachte er seine Schätze der Universität, die ein Museum dafür baute und die Sammlung erweiterte. Mittlerweile ist das Museum auf vier Gebäude aufgeteilt. Annabel und ich waren nur in der eigentlichen Sammlung Hunters und in der Hunterian Art Gallery.
Das Gebäude der Hunter Ausstellungsstücke ist wunderschön (wie so viele Gebäude der Uni). Schon allein dafür hat es sich gelohnt, in das Museum zu gehen. Manche Gegenstände der Sammlung waren zugegeben etwas gruselig, aber es gab auch schöne Porzellan-Teller, Musikinstrumente und Inuit Schneestiefel. Hatte ich schon erwähnt, dass der Typ einfach alles gesammelt hat?
Die Hunterian Art Gallery fand ich nicht ganz so überzeugend. Es gab eine Sonderausstellung zu Mackintosh und zwei oder drei Räume mit anderen Bildern. Ich fand es ganz nett, dass zu ein paar der Bildern auch Möbel dekoriert waren.

An gleichen Tag waren Annabel und ich auch in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens. Wenn es kalt ist, ist es immer eine gute Idee, sich die anzusehen, weil es drinnen schön warm ist. Mit Annabel war ich aber nicht (nur) wegen der Temperatur in den Gewächshäusern, sondern auch, weil ich es vorher nur in eins von den beiden geschafft hatte. Auch mit Nina und Sahla war ich in den Gewächshäusern. Sie sind immer wieder einen Besuch wert.
Von außen sehen sie schon schön aus und wenn man rein geht, vermischt sich manchmal die Architektur mit den Pflanzen. In einem der beiden Gewächshäuser stehen Skulpturen von überwiegend biblischen Gestalten. Rut(h) ist auch dabei. Natürlich haben sie meinen Namen mal wieder falsch geschrieben.
Nicht nur wegen des untragbaren Rechtschreibfehlers gefällt mir das andere Gewächshaus besser. Es wirkt irgendwie verwunschener als das erste, obwohl auch hier die Pflanzen in den dafür vorgesehenen Beeten wachsen. Außerdem gefällt es mir in diesem zweiten Gewächshaus sehr gut, dass zwischen den Pflanzen Verse aus einem Gedicht zu finden sind.
Ruth und Rut





Mit Emily war ich Anfang Februar in der Gallery of Modern Art (GOMA). Allerdings hatten wir etwas Pech. Abgesehen von der Ausstellung über Alasdair Gray waren alle Galerien geschlossen. Aber wir konnten einen Blick auf die seekrankmachende Tapete werfen, die die Wände der Treppenabsätze unterhalb der Kuppel ziert. Ich weiß gar nicht, ob man durch die Türen in andere Galerien gekommen wäre. Aber vermutlich schon.

Den Tag heute habe ich genutzt, um ins Riverside Museum zu gehen. Das ist ein Museum für Transport und liegt - mit ein bisschen gutem Willen - in Laufnähe meiner Wohnung. Es hat ein bisschen gedauert, bis mir klar geworden ist, dass das das Museum ist, von dem meine Schüler gesprochen haben, wenn sie sagten: "Es gibt ein Transport-Museum in Glasgow."
Vom Thema her hat es mich nicht direkt gereizt, aber Hélène war schon mal da und hat gesagt, dass es echt gut sei, außerdem ist es Museum des Jahres 2013 geworden und wird in Glasgow auch recht groß auf Wegweisern angekündigt. Es liegt direkt am Clyde und ein Segelschiff im Fluss gehört ebenfalls dazu. Auf dem Schiff war ich aber nicht, weil mir das Wetter zu schlecht war.
Die Idee, an einem Samstagmittag in das Museum zu gehen, war eher suboptimal. Es waren sehr viele Leute da. Überwiegend Familien mit kleinen Kindern (d.h. mindestens ein Kinderwagen/ Buggy). Aber gut, damit hätte ich rechnen müssen.
Ganz viele Transportmittel
Wie gesagt, mit Transport an sich kann ich nicht so viel anfangen. Deswegen hatte ich wenig Augen für die ausgestellten Autos und Motorräder. Etwas interessanter fand ich die Züge und Trams vom Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich habe gelernt, dass Glasgow die drittälteste U-Bahn hat (nach London und Budapest) und diese zuerst als Kabelbahn betrieben wurde. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut - 1897 oder so.
Viele der Ausstellungsstücke waren nicht nur technisch dargestellt, sondern wurden auch mit ihren sozialen Folgen in Verbindung gebracht. Das hat mir gut gefallen. Hinter den ausgestellten Autos von 1908 und 1930 gab es einen Schaukasten mit der Mode der Autofahrer und mehrere Tafeln widmeten sich der Problematik, in einem offenen Auto zu fahren und dabei passend gekleidet zu sein. Ob es nur Staub, Insekten oder Regen ist - irgendetwas erschwerte die Autofahrt immer. Die Schutzkleidung sah teilweise lächerlich aus, bis die Mode sich der Sache annahm und es gerade für Frauen eine Auto-Mode gab, die sich saisonbedingt auch änderte.
In einem Teil des Museums (im Grunde ist das eine große Halle, die durch ein paar Raumteiler unterteilt ist) kann man einen nachgebauten Straßenzug von vor etwa 100 Jahren betreten. Darin stehen dann verschiedene Fahrzeuge, z.B. eine von Pferden gezogene Tram und ein Leichenwagen. Aber man kann auch in die Geschäfte gehen. Es gibt einen Fotoladen, einen Sattler, einen Pub, einen Schuhmacher, ein Bekleidungsgeschäft. Nebenbei erfährt man, dass bereits die Menschen im 19. Jahrhundert Fotos von berühmten Persönlichkeiten (wie der Königsfamilie) gesammelt haben, gerne auch mit Unterschrift, dass kleinen Kindern beim Fotografieren ein Gürtel umgebunden wurde, der einerseits dekorativ war und sie andrerseits auf ihrem Stuhl halten sollte, dass die U-Bahn die "coolest and quickest means of travelling" ist, dass die Sauchiehall Street schon im 19. Jahrhundert die Mode-Straße war, und dass der Pub der Ort war, wo die Arbeiter der Schiffswerken nach der Arbeit einkehrten, rauchten und tranken, und Frauen oder Kinder nur geduldet waren, wenn diese ein Bier "to go" kauften (oder vermutlich auch ihren Ehemann/ Vater nach Hause holen wollten...). 
Apropos Schiffswerke: Im 18. und 19. Jahrhundert war der Schiffbau die Hauptindustrie in Glasgow. Außerdem war Port Glasgow ein wichtiger Handelshafen für das britische Empire. Dazu kam noch, dass in Lanarkshire, das Gebiet östlich von Glasgow, Kohleabbau betrieben wurde und der Clyde sowie verschiedene Kanäle wichtige Wege waren, um die Kohle zu transportieren. Dadurch wurde Glasgow die "Second City of the Empire", was sich aber nach dem ersten Weltkrieg änderte. 
Wegen der Schiffbau-Vergangenheit waren auch sehr viele Schiffsmodelle ausgestellt. Und ich habe zum ersten Mal von der Athenia gehört. Das war ein britisches Passagierschiff, das am 3. September 1939 auf dem Weg nach Amerika von einem deutschen U-Boot versenkt wurde, weil die Besatzung des U-Boots dachte, es sei Kriegsschiff. Die Athenia wurde in Glasgow gebaut und dorthin wurden auch die Überlebenden gebracht.
Es gibt aber auch neuere Ausstellungsstücke, z. B. ein Hippie-Van (ohne Elektrizität und fließendem Wasser), bei dem dann auch die Problematik angesprochen wurde, dass alles im Wagen klamm wurde und gelüftet werden musste, wenn die Menschen zu lange darin lebten. Auch ein anderer Van ist zu sehen. Der wurde von einem pakistanischen Künstler und drei Studenten der Glasgow School of Art in pakistanischen Stil angemalt. Außerdem gibt es eine Ecke, die sich dem Dreirad  und den verschiedenen Personengruppen, die ein Dreirad fahren (nicht nur Kleinkinder) widmet. Wegen der Mode im 19. Jahrhundert fuhren die Frauen auf Dreiräden, damit sich der Rock nicht in den Rädern des Hochrads verfing und die Fahrrad-Rischkas sind ja auch Dreiräder.
Ihr seht, ich habe ziemlich viel Zeit in dem Museum verbracht. Als ich gehen wollte, regnete es ziemlich heftig. Ja, mit sowas muss man rechnen. Schottland im Februar und so. Es hat mich trotzdem genervt. Ich bin noch etwas im Museumsshop geblieben und habe einen tollen Untersetzer mit der Aufschrift "Ye canny shuv yer granny aff a bus!" (auf Deutsch: "Du kannst deine Omma nich vom Bus schubsen tun!") gekauft. Leider wurde der Regen nicht weniger, also bin ich auf dem Rückweg zurück geschwommen. Natürlich hatte ich meine Gummistiefel nicht an...

Mr Weasleys Auto wurde auch ausgestellt! :-)

Montag, 15. Dezember 2014

Es weihnachtet sehr

Weihnachtsbeleuchtung am George Square
Nur noch neun Tage bis Weihnachten (und eine Woche bis meine Familie nach Glasgow kommt), die ganze Stadt ist schon seit Wochen mit kitschigen Lichterketten und Rentieren geschmückt und obwohl ich nicht sagen würde, dass ich schon richtig in Weihnachtsstimmung bin, habe ich doch schon viele weihnachtliche Sachen gemacht.
Die Weihnachtsvorbereitungen begannen für Amelie und mich schon im November, weil wir gerne allen ersten Klassen einen Adventskalender basteln wollten - es sind sechs Klassen. Wir haben es auch geschafft. In jedem Klassenraum hängen jetzt an einer Schnur pro Klasse aufgereiht 14 verzierte Briefumschläge und 10 beklebte Klopapierrollen - das ganze Department hat mit gesammelt und Victoria schlug sogar vor, wir sollten einen Wettbewerb daraus machen, wer am meisten Rollen sammelt (man muss die Lehrerinnen einfach gern haben). Jeden Tag finden die Schüler ein neues Wort, das etwas mit Weihnachten zu tun hat, das sie dann in ihr Heft schreiben müssen. An manchen Tagen befindet sich außerdem ein Gegenstand im Umschlag oder der Rolle, den sie an ihren Papier-Weihnachtsbaum kleben können. Die Weihnachtsbäume sind der zweite Teil für unsere Aktion für die Erstklässler. Jede Klasse soll einen Weihnachtsbaum schmücken - mit selbstgemalten Kugeln, Sachen aus dem Adventskalender und Sternen, die sie durch gutes Verhalten im Unterricht gewinnen können. Der schönste Baum im Raum gewinnt (den Teil hat Victoria irgendwie falsch verstanden - heute meinte sie zu mir, dass die Bäume ihrer Klasse doch viel schöner seien als die von Lauras).
Die Zweitklässler haben Lebkuchen nach einem deutschen Rezept gebacken. Sie haben das Rezept im Deutschunterricht bekommen und mussten die Vokabeln lernen, bevor sie es dann in Hauswirtschaft nachbacken mussten. In einer der Hauswirtschaftstunden war ich dabei, habe den Schülern geholfen, der Lehrerin beim Deutsch ausgeholfen und habe mit den Schülern die deutschen Wörter wiederholt. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass letzteres nicht ganz so günstig war, weil sie nämlich immer aufhörten das zu tun, was sie gerade taten (Teig ausrollen, Plätzchen ausstechen) und ein paar Minuten überlegten. Dabei war die Zeit für das Backen schon knapp bemessen.
An der Schule hat auch bereits ein Weihnachtsbasar stattgefunden, bei dem ich Victoria und Laura geholfen habe, Waffeln zu backen - ein Klassiker auf jedem deutschen Schulfest, aber hier schien es irgendwie etwas Exotisches zu sein. Dabei waren es noch nicht mal die runden Waffeln mit den fünf Herzen sondern die eckigen, die auch etwas dicker sind. Auf dem Weihnachtsbasar gab es außerdem einen Hotdog- und einen Schokoladenbrunnenstand, einen Flohmarkt und einen Stand mit Samosas und Pankoras sowie ein Mädchen, das Henna-Tattoos machte und Auftritte von Musikschülern. Ich fand es ganz lustig bei dem Weihnachtsbasar dabei zu sein - vor allem, weil ich viele Schüler mal ohne Uniform gesehen habe. Am Ende hat mich Laura netterweise nach Hause gefahren. Sie hat mir auch ein kleines Bäumchen mit Kunstschnee geschenkt, das ich gerade wieder ein bisschen aufpäppeln muss (die Fensterbank war nicht die beste Idee für einen Standort, weil sie direkt über der Heizung ist...). Trotz meiner vernachlässigenden Pflege habe ich mich aber sehr über die Pflanze gefreut.
Unsere Base ist auch schon festlich geschmückt, weil Amelie einen Plastiktannenbaum in der Abstellkammer gefunden und aufgestellt hat. Außerdem hat sie echte Tannenzweige und Kugeln mitgebracht und malt ständig Weihnachtsbilder aus, die sie aufhängt. Außerdem haben Amelie, Laura, Victoria und ich alle eine Weihnachtskugel aus Papier (in 2D) mit unserem liebsten deutschen Wort beschriftet und dann angemalt und aufgehängt.
Zuhause habe ich mir einen Adventskranz gebastelt. Das war alles andere als leicht. Irgendwie habe ich in der Innenstadt keinen Blumenladen gefunden. Also habe ich den Nachmittag des ersten Advents in einem Einkaufszentrum verbracht und auf dem riesigen Gelände das Gartencentre gesucht (und gefunden). Die Kränze, die es da gab, waren zwar nur zum Aufhängen an der Tür. Darauf konnte man keine Kerzen befestigen, also habe ich ihn auseinander genommen. Ich habe mir auch eine Lichterkette und einen Stern im Poundland gekauft und mein Zimmer damit dekoriert.

Die meisten weihnachtlichen Aktivitäten außerhalb der Schule habe ich im Dunstkreis (so nenne ich es mal) der German Society gemacht. Mit Emily war ich auf dem Glaswegian Weihnachtsmarkt. Der besteht aus einer bunten Mischung verschiedener Stände, die meisten bieten Essen aus verschiedenen Ländern an (Currys, Bratwurst, Panekoken, schottischer Käse, Crêpes, Känguru-Burger...). Es gibt eine Bayrische Hütte, in der unverschämt teurer Glühwein (und andere alkoholische Getränke) verkauft und Rockmusik gespielt wird. Aber es gibt auch einen Schokokuss-Stand wie in Essen. Da musste ich natürlich einen kaufen. Insgesamt würde ich sagen, dass der Weihnachtsmarkt in Glasgow ein netter Versuch, aber mehr nicht ist.
Weihnachtsmarkt in Glasgow mit Rentier



Der Weihnachtsmarkt in Edinburgh dagegen ist richtig gut. Ich war mit Matthew, Emily und ein paar von Emilys Freundinnen (eine inklusive Partner) da. Die anderen wollten gerne den ganzen Tag Deutsch reden, weil eine mündliche Prüfung bevor stand und das haben wir (fast) durchgehalten. 
Der Weihnachtsmarkt hat mich wirklich sehr an Deutschland erinnert. Die Aufmachung der Stände, das Angebot... Ich konnte sogar gebrannte Mandeln kaufen. Es war so sehr wie ein deutscher Weihnachtsmarkt, dass ich zwischendurch Heimweh nach euch in Deutschland hatte, weil ich so gerne mit euch über den Essener (oder meinetwegen auch einen anderen) Weihnachtsmarkt gegangen wäre. 
Weihnachtsmarkt in Edinburgh
 
















Nach einem ersten Besuch des Weihnachtsmarktes gegen Mittag schlenderten wir durch die Stadt, gingen zum Castle hoch, am Elephant House (in dem JKR große Teile des ersten Harry Potter Bandes geschrieben hat) und Greyfriar's Bobby vorbei und in die Fudge Kitchen, wo wir alle ein Stück Fudge kauften, gingen wir in der Dämmerung wieder auf den Weihnachtsmarkt. Dort ließen wir Mädchen es uns dann nicht nehmen, auf mit dem Doppeldecker-Karussell mit den Pferden zu fahren. Matthew musste Fotos machen. Auf das Kettenkarussell, bei dem man zuerst noch auf 60 m Höhe hochgefahren wurde, trauten wir uns dann doch nicht. Es war das erste Mal, dass ich während meines Einsatzes hier in Edinburgh war - ich weiß gar nicht warum, denn die Stadt gefiel mir wieder sehr gut.





Der Weihnachtsmarkt im Dunkeln
Ein paar Tage nach dem Ausflug nach Edinburgh gab es eine Weihnachtsfeier von der German Society. Vanessa und ich haben vorher Lebkuchen-Eulen (nach dem Rezept aus der Schule) gebacken. Bei der Weihnachtsfeier gab es auch Glühwein und ich habe eine der Deutsch-Dozentinnen meiner Tandempartner kennengelernt. Ich fand es klasse, dass sie und ihr Kollege sich auch kurzzeitig zwischen die Studenten gemischt haben. Ob die Studis das auch so toll fanden, weiß ich nicht, aber jetzt weiß ich immerhin, über wen sie reden. Und zumindest die Dozentin (mit ihrem Kollegen habe ich nicht gesprochen), wirkte sehr nett.

Eine Weihnachtsfeier in der Schule steht noch bevor. Am letzten Schultag sollen/ können alle im Christmas Jumper zur Schule kommen. Die Pullis mit einem weihnachtlichen Motiv (euch vermutlich bekannt aus Bridget Jones ;-)) erfreuen sich hier großer Beliebtheit. Von kleinen Kindern bis zu erwachsenen Männern trägt sie jeder. Ich habe mir auch schon einen gekauft. Schließlich will ich am letzten Schultag meinen Kolleginnen in nichts nachstehen. Von Emily habe ich schon die Bestätigung bekommen, dass ich sehr festlich aussehe. Als festlich würde ich ihn vielleicht nicht beschreiben, aber ich finde ihn lustig.

Freitag, 28. November 2014

Mixing with the locals

Bevor ich hier hingekommen bin, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht (natürlich - aber wer macht sich das nicht?), unter anderen darüber, ob ich hier schnell nette Menschen kennenlernen würde. Solche Sorgen sind meistens unberechtigt, denn irgendwen findet man ja immer.
Das Schöne am Assistenten-Sein ist, dass es ähnlich wie beim Erasmus-Semester eine Gruppe von Leuten gibt, die in der gleichen Situation wie man selber ist. Das schafft eine erste Basis. Dank sozialer Netzwerke kann man sich auch vorher austauschen und Treffen vereinbaren. Gut, es gibt immer solche wie Andreas, die sich aus der FLA-Gruppe ziemlich rauszuhalten scheinen (es muss ja auch niemand mitmachen), aber man ist nicht alleine.
In der ersten Zeit habe ich auch ziemlich viel mit den französischen Assistenten unternommen. Im letzten Monat hat das aber etwas abgenommen. Ein paar Französinnen sehe ich noch im Ceilidh-Kurs und Anabel und Gillen habe ich vor zwei Wochen bei einem Planungstreffen für Schulprojekte getroffen - das war zwar Arbeit und nicht Vergnügen, aber es ist nett, bei sowas Menschen zu treffen, die man kennt.
Ein bisschen schwieriger fand ich es, Leute außerhalb des Assistenten-Kreises kennenzulernen. Die Frauen in meinem Zumba-Kurs sind alle etwas älter und zu meinen Kolleginnen ist die Beziehung zwar gut, aber nicht so gut, dass wir uns außerhalb der Schule treffen würden. Was habe ich also gemacht? Ich bin verschiedenen Societies der Uni Glasgow beigetreten: der German Society, der Creative Writing Group und der Ceilidh-Kurs ist auch über eine Society organisiert. Ich hatte gehofft, über die Societies auch ein paar Briten kennenzulernen. Die internationale Gruppe ist zwar schön und gut, aber irgendwie möchte man ja doch auch Kontakt mit den Muttersprachlern haben. Gerade, wenn es darum geht, Fragen zur Sprache zu stellen, die ich nicht unbedingt mit den Lehrerinnen diskutieren will (zumal die ja eh kaum Zeit haben).
Über die German Society habe ich zwei Tandempartner organisiert bekommen. Emily und Matthew. Lustigerweise kennen beide meine Mitbewohnerin. Ich treffe mich regelmäßig mit ihnen, wir sprechen Deutsch und Englisch und trinken Kaffee/ Tee oder gehen shoppen (letzteres mit Emily ;-)). Morgen fahren wir zusammen nach Edinburgh zum Weihnachtsmarkt. Die German Society ist auch die, in der ich am meisten socialise. Beim Ceilidh tanze ich nur und gehe am Ende nicht mit in die Kneipe (ich habe am nächsten Morgen nämlich immer früh Schule) und zum kreativen Schreiben gehe ich nur vereinzelt hin, weil ich irgendwie keinen richtigen Draht zu den Leuten kriege, allerdings immer gute Inspirationen für Geschichten mitnehme. Wenn man dann mal die Zeit hätte, zu schreiben...
Zum Stammtisch der German Society versuche ich möglichst regelmäßig zu gehen. Abgesehen von den wöchentlichen Treffen gibt es auch ab und zu Filmabende, Partys oder Kaffeekränzchen. Letzte Woche fand eine Party statt, bei der deutsche Musik gespielt werden sollte. Die Ankündigung hat mir zuerst etwas Angst gemacht, aber bei der Facebook-Veranstaltung wurden dann viele anständige Liedvorschläge gemacht und ich war ja schon neugierig. Also bin ich hingegangen, auch wenn am nächsten Tag Schule war (zum Glück erst spät). Die ersten Lieder, die gespielt wurden, kannte ich gar nicht und gefielen mir auch nicht besonders. Dann schlug jemand dem DJ "Disko Pogo" vor. Gut, das kannte ich, hob das Niveau aber nicht wirklich. Danach wurde es aber langsam besser und ich habe mich einfach köstlich amüsiert, wenn ich mir die Reaktionen der Nicht-Muttersprachler ansah (völlig Unverständnis, warum wir alle bei "Skandal im Sperrbezirk" so abgingen - und ja, ich musste an meine besondere Beziehung zu diesem Lied denken ;-)) oder mir überlegte, was sie wohl gerade dachten. Wie man auf die Idee kommen konnte, die deutschen Versionen von "Waterloo", "Downtown" und "Let it go" aufzulegen, ist mir jedoch schleierhaft. Ich hatte Spaß und für die Deutschstudenten war es sicher lehrreich kulturell und intellektuell wertvolle Lieder wie "Willst du mit mir Drogen nehmen" und "Moskau" kennenzulernen.
Diese Woche habe ich mit der German Society "Der Schlussmacher" gesehen. Ich kannte den Film noch nicht und habe auch eigentlich nicht besonders viel davon erwartet, aber er war ganz lustig. Nach dem Film fragte entweder Emily oder eine ihrer Freundinnen: "How do you say 'threesome' in German?" Für solche Fragen braucht man einen Tandempartner. ;-) Die andere Deutsche, die dabei stand, und ich haben dann auch bereitwillig Auskunft gegeben und auch das dazugehörige Verb genannt.