Posts mit dem Label Vorbereitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vorbereitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 21. August 2014

Noch mehr Eulen

Nachdem ich vor zwei Wochen über die ganze Post von meiner Bank berichtet habe, kann ich die Metapher vom Eulensturm bei den Dursleys (ja, die Gelegenheit ist einfach zu gut, um nicht ständig Harry Potter Referenzen einzubauen :-P) endlich auch auf E-Mails aus Schottland übertragen. In letzter Zeit habe ich ständig Nachrichten vom British Council, vom regionalen Council, der für meine Schule zuständig ist, vom Goetheinstitut und von meiner Schule (!) bekommen. Einladungen zu Vorbereitungstreffen, Reise- Organisations- und Sicherheitshinweise (nachdem ich die gelesen hatte, habe ich mich gefragt, ob ich tatsächlich in Schottland oder vielleicht doch eher in Mordor eingesetzt werde) und Antworten auf die Fragen, die ich im Juni an die Schule geschickt hatte. Die Lehrerin ist erst Montag aus den Ferien zurück gekommen. 
Mein Vertrag ist noch nicht da und heute habe ich eine Mail bekommen, dass er an die Assistenten aus EU-Ländern noch gar nicht verschickt wurde. Gut, es ist nicht mein Problem. Wenn der Vertrag nicht vor meinem Abflug da ist, kann ich auch nichts machen. Dann müssen die den vor Ort nochmal neu ausdrucken. Das sollte ja wohl gehen.
Heute beim Wäscheauffalten habe ich überlegt, was ich denn mitnehme und ich kann mich einfach nicht entscheiden. Ich bin komplett entscheidungsunfreudig. Zur Schule darf ich "casual" erscheinen, auch wenn die Lehrerin mir schrieb, dass die Lehrer sich "smarter" als im restlichen Europa kleiden würden und die Schüler natürlich eine Schuluniform tragen. Daraufhin habe ich mich gefragt, ob es nicht vielleicht besser ist, wenn ich auch ein bisschen schicker komme, als ich es in Deutschland tun würde. Trotzdem bin ich einfallslos, wenn ich vor meinem Schrank stehe. Vielleicht sollte ich mir einfach eine Schuluniform der Schule zulegen. Aber dann nimmt mich wohl niemand mehr ernst. Zum Glück habe ich ja noch ein paar Tage Zeit, bis ich gepackt haben muss. Nicht mehr viele, aber ein paar. Vor dem Erasmus-Semester habe ich mir ein paar Bücher ausgesucht, die unbedingt mit mussten. Diesmal habe ich mir einen E-Book-Reader zugelegt und schon ein paar E-Books draufgeladen (nach einem intensiven Kampf mit einem Onlineshop - den ich aber gewonnen habe). Aber nur digitale Bücher mitzunehmen, kommt mir irgendwie komisch vor. Vielleicht nehme ich doch noch ein analoges mit. Oder zwei. Oder drei...

Mittwoch, 13. August 2014

Mitbewohner - ein Bund für's Leben?

Es wäre günstig, in Glasgow ein Zimmer zu haben. Schließlich will ich nicht unter dem Clyde Arc oder auf Glasgows Necropolis übernachten. Wie vor dem Erasmus-Semester ist uns aber davon abgeraten worden, aus Deutschland aus, einen Mietvertrag abzuschließen (also, eine Wohnung ohne Besichtigung - am besten mit einer Vorauszahlung - zu mieten). Auf Facebook wurde mir auch gesagt, dass es völlig reiche, das vor Ort zu machen, im Erfahrungsbericht steht, man solle sich frühzeitig darum kümmern. Was auch immer "frühzeitig" in diesem Zusammenhang heißt.
Trotzdem versuchen alle schon, eine Bleibe zu finden. In den Assistentengruppe wimmelt es von Links zu Wohnungssuchseiten und Leuten, die nach Mitbewohnern unter den Assistenten suchen. Ich habe überlegt, ob ich in einer internationalen WG mit anderen Assistenten (ich weiß gar nicht, ob noch andere deutsche Assistenten in Glasgow sind, zumindest komme ich mir im sozialen Netzwerk ziemlich alleine vor) wohnen will oder doch lieber nur mit Briten (wobei es natürlich auch außerhalb der Assistentenwelt internationale WGs gibt). Beides hat irgendwie seine Reize. Aber ich will mich nicht festlegen und habe das Gefühl, dass ich das tun würde, wenn ich mich vorher (verbindlich) mit einem/r oder mehreren Assistenten/innen zusammen tue. Außerdem hoffe ich, durch die WG noch mehr Leute kennenzulernen. Die anderen Assistenten werde ich schon so noch treffen.
Dementsprechend habe ich mich entschieden, erstmal alleine zu suchen und habe auf zwei Wohnungsseiten eine Anzeige erstellt. Ich dachte eigentlich, man würde da erstmal nur ein Profil erstellen, aber sowohl auf easyroommate als auch auf flatshare erstellt man sofort eine Anzeige, wenn man sich als wohnungssuchend anmeldet. Mein Plan war eigentlich, erstmal eine Zeit lang unerkannt durch die Anzeigen zu streifen und dann ca. eine Woche vor meinem Abflug Leute anzuschreiben und nach Besichtigungsterminen zu fragen. Stattdessen habe ich in den ersten drei Tagen bereits insgesamt drei Nachrichten bekommen und das, obwohl mein Profil zu dem Zeitpunkt ziemlich wenig aussagekräftig war (ist es jetzt immer noch, aber immerhin habe ich den computergenerierten Text gegen einen selbstgeschriebenen ersetzt) und ich kein Foto von mir hochgeladen hatte. Etwas nervig ist, dass man als Basic User nur bestimmte Leute (die Premium User) anschreiben kann. Für eine Premium Mitgliedschaft müsste man bezahlen. Ich meine, es ist super, dass ich es umsonst nutzen kann, aber es schränkt die Suche doch etwas ein. Was nutzt es einem, eine interessante Wohnung gefunden zu haben, wenn man den Vermieter nicht anschreiben kann?
Trotzdem kann ich mich Stunden mit den Suchportalen beschäftigen. Anzeigen angucken, lesen, überlege, eventuell jemanden anschreiben (zu viel zu eine Woche vorher)... Ein bisschen kommt man sich vor wie bei einer Partnerbörse (bzw. wie ich mir eine Partnerbörse vorstelle). Wie alt ist der/ die Mitbewohner/in? Männlich oder Weiblich? Berufstätig oder im Studium? Und welche Hobbies? Wirkt er oder sie nett? In manchen Anzeigen stehen echt ewig lange Personenbeschreibungen. Dann gerät man unter Zugzwang auch etwas über sich selbst zu schreiben. Und in solchen Situationen fällt mir natürlich nichts ein.
Die Lage der Wohnung ist auch immer noch eine Frage. Es muss ja nicht nur günstig zur Schule liegen, sondern sollte auch nicht komplett außerhalb liegen. Sonst könnte ich ja auch in das Dorf ziehen, in dem meine Schule liegt. Die Nachbarschaft sollte dann auch nach Möglichkeiten noch so sein, dass ich mich als Frau nach Einbruch der Dunkelheit alleine auf die Straße wagen kann (besonders sinnvoll im Winter). Über die Frage, welche Nachbarschaften zu meiden sind, herrscht im Internet (natürlich) geteilte Meinung. Eine Ortbegehung ist also auch unter diesem Gesichtspunkt notwendig.
Und trotzdem bin ich mittlerweile optimistisch, dass ich nicht neun Monate lang in einem Zelt wohnen werden muss.

Samstag, 2. August 2014

Nur noch ein Monat

Ich habe gestern meinen Flug gebucht. Ich habt tatsächlich meinen Flug gebucht! Am 26. geht es los. Denise wird mit mir fliegen und eine Woche in Glasgow Urlaub machen. Wir haben uns ein Hostel rausgesucht und ein paar verrückte Orte gefunden, die wir uns ansehen könnten. Ich hoffe, wir kommen auch wirklich zum Urlaub machen und verbringen nicht eine Woche damit, ein Zimmer für mich zu suchen. 
Auf einmal wird es real. Bisher war es immer so, dass irgendwo in einer nebeligen Zukunft mein FSA-Einsatz lag. Da waren so viele Sachen, die ich noch regeln musste (und muss) und die Informationspolitik der Behörden läuft so langsam, dass man den Eindruck bekommen könnte, ich würde erst nächstes Jahr und nicht in einem Monat anfangen. Von den deutschen Behörden bekomme ich aber, soweit ich weiß, sowieso nichts mehr und in Schottland sind Sommerferien.
Post kriege ich trotzdem jede Menge. Von meiner Bank. Ich habe ein neues Konto eröffnet, um eine eigene Kreditkarte zu haben und komme mir fast so vor wie die Dursleys, die mit Harrys Hogwartsbriefen bombadiert werden. Es vergeht kein Tag, in dem nicht mindestens ein Umschlag in meinem Briefkasten liegt. Heute kam die Kreditkarte. Leider kann ich sie noch nicht nutzen, weil ich noch auf das Passwort für die Internetgeschäfte warten muss. Noch mehr Post. Aber immerhin schmuggelt sie sich nicht in Eiern zusammengerollt in meine Wohnung...

Sonntag, 27. Juli 2014

Was gerade passiert

In einem Monat will ich in Schottland sein, aber im Moment habe ich nicht so sehr das Gefühl, dass es voran geht. Ich habe mittlerweile mein Führungszeugnis und meinen internationalen Studentenausweis vorliegen und habe einen Erfahrungsbericht zugeschickt bekommen. Von der Schule habe ich aber weiterhin noch keine Rückmeldung.
Im Erfahrungsbericht habe ich gelesen, dass es manchmal dauert, bis die Behörden antworten. Allerdings war der Verfasser des Berichts an einer anderen Schule und einem anderen Bezirk als ich (ich bin eben nicht direkt in Glasgow). Aber vermutlich trifft sowas auf viele Behörden/ Schulen zu. Die meisten Punkte, die in dem Bericht stehen, habe ich auch schon auf diversen Assistenten-Blogs gelesen. Was das betrifft bin ich wohl zu gut vorbereitet.
Außerdem bin ich der mittlerweile vierten Assistentengruppe auf Facebook beigetreten. Die sprießen wie Pilze aus dem Boden. Wer weiß, ob die nicht noch nützlich sein können. In der internationalen Gruppe gab es schon den ersten Panik-Post. Bei mir kommt die Nervosität in Wellen. Mal bin ich ganz ruhig, dann kommt wieder ein Moment, in dem ich ganz viel organisieren möchte, aber feststellen muss, dass ich vieles noch nicht machen kann. Mir ist gesagt worden, dass ich erst vor Ort nach einer Wohnung suchen soll. Also ist es im Moment nicht so sinnvoll, schon Wohnungsanzeigen zu durchforsten, wenn ich erst in einem Monat zu einem Besichtigungstermin kommen könnte. Material kann ich eigentlich erst so richtig zusammenstellen, wenn die Schule mir geantwortet hat und sagt, was sie möchte. Aber vielleicht sollte ich trotzdem schon mal damit anfangen.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Was bisher geschah

Als sich mein Studium seinem Ende neigte, überlegte ich, dass ich doch ganz gerne nochmal ins Ausland gehen würde - diesmal ins englischsprachige. Ein zweiter Studienaufhalt mit Erasmus war nicht möglich, nur ein Erasmuspraktikum, aber ich dachte mir, dass es ja auch andere Möglichkeiten gebe und ich mich nur informieren müsse. Dabei blieb es dann erstmal bis eine Freundin mir erzählte, sie gehe über den PAD (pädagogischer Austauschdienst) nach Frankreich, um da als Fremdsprachenassistentin für Deutsch zu arbeiten. Ich fand das spannend und entschied, das auch zu machen.
Gesagt, getan. Der Bewerbungsschluss ist fast ein Jahr vorher. Im Dezember musste ich meine Bewerbung mit Lebenslauf, Motivationsschreiben (alles auf Englisch und Deutsch), Gutachten vom Arzt und einem Empfehlungsschreiben eines Dozenten abgeschickt haben. Mit am meisten Kopfzerbrechen hat mir die Regionwahl gemacht. Im Grunde war es mir egal, aber wenn ich schon mal die Wahl hatte... Ich habe dann Schottland als erste Wahl angegeben und die anderen beiden Wünsche frei gelassen. Nach Schottland wollte ich wirklich gerne, auch wenn ich sicher bin, dass auch andere Orte in Großbritannien sehr schön sind und es sicher klasse gewesen wäre, dort eingesetzt zu werden. Nachdem ich alles abgeschickt hatte, dachte ich, jetzt würde es erst mal eine Weile dauern, bis ich eine Antwort kriege und war sehr überrascht als meine Mutter mir nur wenige Wochen später schrieb, ich sei im Januar zu einem Interview eingeladen. (Ich musste eine Adresse angeben, die auch während des Aufenthalts gültig ist, deswegen geht jetzt alle wichtige Post an meine Eltern).
Vor dem Interview war ich etwas nervös. Ich hatte mich über die Online-Angebote der Tageszeitungen ein bisschen über britisches und deutsches Tagesgeschehen informiert und war kurz vor dem Interview auf die Idee gekommen, mal zu googlen, ob im Internet schon frühere Fremdsprachenassitenten über ihre Erlebnisse geschrieben haben, fand aber recht wenig. An der Schule, an der das Interview stattfinden sollte, angekommen, bin ich erst mal verzweifelt, weil die versprochenen Schilder noch nicht hingen. Ich habe völlig verzweifelt die Frau beim PAD angerufen, die mir aber nicht weiterhelfen konnte, beim Lehrerzimmer geklopft und nach einer der Lehrerinnen gefragt, die mich interviewen sollte, die aber nicht da war, und bin wild durchs Schulhaus gelaufen. Irgendwann hingen dann Schilder. Ich war einfach zu früh dran.
Das Interview bestand aus zwei Teilen. Zuerst wurde ich von einer Englischlehrerin auf Englisch ein bisschen dazu gefragt, warum ich mich beworben habe, warum ausgerechnet Schottland, was denn das International Bookfestival in Edinburgh sei (ich hatte darüber in meiner Bewerbung geschrieben). Außerdem sollte ich sagen, was ich glaube, als Fremdsprachenassistentin zu tun, wie das britische Schulsystem aufgebaut sei (also die Frage war sowas wie was für Schüler (Alter etc.) ich wohl haben werde, und ein bisschen was über das deutsche Tagesgeschehen erzähen. Ich habe etwas über die letzte Bundestagswahl gesagt (die zu dem Zeitpunkt zumindest noch einigermaßen aktuell war) und dass Frau von der Leyen Verteidigungsministerin ist. Die letzte Frage war dann, was ich sagen würde, welchen Sportler man in Ausland kennen sollte. Mit der Frage war ich etwas überfordert und flüchtete mich dann zu dem Fußballer, der sich gerade als homosexuell geoutet hatte.
Der zweite Teil des Interviews war auf Deutsch und konzentrierte sich auf Didaktik. Da hat mich die andere Lehrerin befragt, die nicht so gut Englisch konnte. Die beiden hatten eine Tisch voll Material vorbereitet und ich sollte spontan etwas auswählen und sagen, was man damit im Unterricht machen könnte, um Sprache zu vermitteln. Ich habe einen Zeitungsartikel über Karneval ausgesucht und bin damit wohl an die richtige geraten, denn die Lehrerin stellte sich als totaler Karnevalsfan heraus und wollte von mir etwas über die Ursprünge des Karnevals wissen. Ich wusste ein bisschen was, aber nicht viel, wobei die Englischleherin meinte, ich hätte auf jeden Fall mehr gewusst als sie. Wir haben danach noch ein bisschen über die anderen Materialien gesprochen und ich wurde gefragt, welche Bücher Kinder und Jugendliche in Deutschland gerne lesen. Die ehrliche Antwort, dass sie viele englische und amerikanische Autoren lesen, kam nicht ganz so gut an. ;-) Im deutschen Teil war ich zwischendurch ziemlich verwirrt und duzte auf einmal aus Versehen die Lehrerin (ich wollte eigentlich "mich" sagen, aber raus kam "dich"). Sie hat es mir nicht übel genommen, aber ich hatte das Gefühl, dass ich mich da doch etwas blamiert hatte.

Nach dem Interview hieß es warten. Erst habe ich mich ganz gut anders beschäftigt. Die Uni ging ja schließlich weiter. Außerdem hatte es eh geheißen, dass wir Ende April eine Zwischenmeldung kriegen würden. Warum sich also im März verrückt machen? Ende April war ich dann angenehm aufgeregt. Anfang Mai dachte ich mir, dass ein bisschen Verspätung ja drin sein dürfe und tratt einer PAD-Gruppen in einem bestimmten sozialen Netzwerk ein. Da las ich, dass einige schon eine Absage gekriegt hatten und wurde immer nervöser. Mitte Mai kam dann endlich eine SMS von meinem Vater, dass ich eine Zusage bekommen habe und vermutlich nach Schottland käme. Alles super.

Aber man wird ja immer anspruchsvoller. Kurz nachdem ich die Zusage hatte, wollte ich nämlich auch gerne wissen, ob es denn nur wirklich Schottland wird und an was für eine Schule ich komme und überhaupt. Anfang/ Mitte Juni bekam ich eine Mail von eine Council Area in der Nähe von Glasgow. Noch keine Schulzuweisung - andere Fremdsprachenassisten (oder scheinbar fast alle) haben direkt eine Mail von der Schule bekommen - nur eine Woche später war ich bei einer Mail im Cc, in der meine Daten der Schule mitgeteilt wurden. Von der Schule habe ich noch nichts gehört. Aber es sind im Moment ja auch erst mal Sommerferien. Ich kann mich schon mal um diverse Formalitäten kümmern. Man muss so viele Unterlagen mitnehmen. Unglaublich. Erasmus ist nichts dagegen. Aber ich jetzt ja Zeit, mich um alles zu kümmern.